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Unbezahlbarer Kot: der globale Kühleffekt der Wale

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Unbezahlbarer Kot: der globale Kühleffekt der Wale

Die größten Tiere im Ozean spielen eine entscheidende Rolle für das Funktionieren unseres Planeten, sind aber weiterhin durch eine Reihe menschlicher Einflüsse bedroht.

Die Rettung der Wale ist möglicherweise wichtiger als das Pflanzen von Bäumen, wenn es darum geht, den Klimawandel zu bekämpfen und unsere Ozeane gesund zu erhalten.

Sie spielen eine entscheidende Rolle, denn sie tragen zur Düngung der mikroskopisch kleinen Pflanzen bei, die 40% des CO2 absorbieren. Sie binden auch riesige Mengen an Kohlenstoff in ihren Körpern, bevor sie beim Absterben auf den Grund des Ozeans sinken und ihn dort manchmal für Jahrhunderte behalten.

Im vergangenen Jahr schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Rolle der Wale bei der Kohlenstoffbindung und den gesunden Funktionen der Ozeane auf mehr als 1 Billion US-Dollar. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten schätzte er den Wert eines einzelnen Großwals auf mehr als 2 Millionen US-Dollar, wenn man seinen Beitrag zum Umweltschutz, Ökosystem und zum Tourismus berücksichtigt.

Walpopulation stark dezimiert

Doch die Walpopulationen in den Weltmeeren wurden in den letzten zwei Jahrhunderten dezimiert und sind von 5 Millionen auf heute 1,5 Millionen gesunken. Mehr als 30 Jahre, nachdem der kommerzielle Walfang weitgehend verboten wurde, leiden die Wale weiterhin unter menschlichen Einflüssen in Form von Plastikverschmutzung und Lärm, Schiffskollisionen, Fangnetzen und globaler Erwärmung.

Wale auf Kohlenstoff-Fang

Ein Wal sammelt durch seine Ernährung Kohlenstoff an und speichert ihn während seines langen Lebens in seinem Körper. Einige wiegen 200 Tonnen und ihre durchschnittliche Lebensdauer beträgt 70 Jahre.

Wenn ein Wal stirbt, sinkt er auf den Grund des Ozeans, wo der Kohlenstoff in seinem Körper verbleibt. Der IWF schätzt, dass jeder grosse Wal im Durchschnitt 33 Tonnen CO2 speichert und dass ein Baum nur bis zu 22 kg CO2 pro Jahr absorbiert.

Versunkene Walkadaver brauchen Jahrzehnte, um sich zu zersetzen und ein ganzes Ökosystem zu bilden, das Tiefseearten von großen Aasfressern bis hin zu mikroskopisch kleinen Bakterien mit einer riesigen und unmittelbaren Nahrungsquelle unterstützt.

Baumpflanzungen werden als die billigste und schnellste Methode angesehen, um CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen. Die Beweise deuten aber darauf hin, dass die Erhaltung und Förderung von Walpopulationen auch ein großes Potenzial zur Bindung von Kohlenstoff hat.

Unbezahlbarer Kot

Wale tun jedoch mehr für den Kohlenstofffang, wenn sie lebendig sind, dank ihres riesen Kotes. Der enthält enorme Mengen an Nährstoffen die für das Wachstum des Phytoplanktons unerlässlich sind. Wenn diese mikroskopisch kleinen Pflanzen Photosynthese betreiben, verbrauchen sie Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff.

Der IWF geht davon aus, dass das Phytoplankton für die Bindung von etwa 37 Milliarden Tonnen CO2 verantwortlich ist, was 1,7 Billionen Bäumen oder vier Amazonas-Regenwäldern entspricht. Sie tragen auch bis zu 50-85% des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre bei.

Jeder 5. Atemzug aus Sauerstoff von Plankton

Sylvia Earle, die berühmte Meeresforscherin von National Geographic, hat geschätzt, dass sie den Sauerstoff für jeden fünften Atemzug liefern, den wir machen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Wale einen "Multiplikatoreffekt" haben, der die Phytoplanktonproduktion überall dort erhöht, wo sie vorkommen. Durch ihre vertikale Bewegung bringen sie nicht nur Nährstoffe aus den Tiefen des Ozeans an die Oberfläche, sondern verteilen sie auch auf ihren ausgedehnten Wanderungen.

(Quelle: chinadialogueocean.net )

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