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Stürmische Zeiten

Im Dezember und Januar gab es stürmische Tage mit extrem hohen Wellen. Ungünstig für uns, aber gut für die Korallen.

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Als wären die Dezemberstürme der Auftakt für Veränderung gewesen, kam es in der dritten Januarwoche zu einem Umbruch und Austausch: Unsere bisherigen Volontäre aus den Universitäten in den Niederlanden reisten alle nach und nach ab und wurden durch ebenfalls motivierte Volontäre aus aller Welt ersetzt - aus Großbritannien, Costa Rica, Deutschland und Japan.

Wir starteten damit, dass Stefan, unser Tauchlehrer, erst einmal alle Neuankömmlinge auf ihre Taucherfahrungen testete und Tipps gab für das wissenschaftliche Arbeiten unter Wasser. Wichtig ist hier nicht nur der vorsichtige Umgang mit den Unterwasserkreaturen, sondern insbesondere die Kommunikation, die trainiert werden möchte, sodass Probleme erst gar nicht entstehen! Unterbrochen wurden wir jedoch – natürlich – von ein paar stürmischen Tagen mit extrem hohen Wellen, höher als diejenigen Anfang Dezember. Dieser Sturm war ungünstig für uns, ein paar Bojen haben sich gelöst und müssen ersetzt werden, sowie für sechs Fischerboote, die ihre Ruhe nun auf dem sandigen Grund der Bucht von Chaloklum gefunden haben.

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Günstig war der Sturm für die Korallen, welche derzeit durch die Klimaerwärmung und dem diesjährigen El Nino äußerst gestresst sind, und ein Abkühlen des Meerwassers gebrauchen können. Wer die Medien verfolgt hat weiß, dass im letztem Jahr schon Korallen in der Karibik und den Florida Keys geblichen sind und vor wenigen Wochen die Korallenbleiche auch in den Riffen im Indischen Ozean angekommen ist.

Während Korallen kurze Korallenbleiche von wenigen Wochen meist unbeschadet überstehen können, sind die derzeitigen anhaltenden hohen Wassertemperaturen meist tödlich für die kleinen Polypen. Die Folgen von abgestorbenen Korallenpolypen ist eine Degradation und Erosion der Korallenstrukturen – die Habitate von Fischen und anderen marinen Kreaturen die mitunter oftmals ökonomisch sehr wertvoll sind, fallen nach und nach weg.

Die Riffe auf Koh Phangan hatten schon letztes Jahr zu Beginn des El Ninos ein starkes Korallenbleiche Event erlitten und eine gewisse Degradation ist noch immer zu sehen. Derzeit wird in etwa 30° Celsius getaucht, normalerweise bewegen sich die Wassertemperaturen eher um die 27-28°C. Ein weiteres Event steht also kurz bevor, könnte aber zumindest durch die derzeitigen Stürme etwas herausgezögert werden. COREsea beteiligt sich rege an global und regional agierenden Programmen wie Reef Watch und wir hatten einige Erkundungs- und Korallenbleiche-Monitoring- Tauchgänge im anliegenden Hausriff Mae Haad und in der weiteren Umgebung gemacht.

Um den Korallen nach den Stürmen außerdem beste Bedingungen zu verschaffen, betreiben wir auch »Coral Gardening«  -  da nach den Stürmen oftmals Korallen fragmentiert sind und ganze Teile abgebrochen und umgekehrt auf dem Sand aufliegen, versuchen wir diese Stücke umzudrehen und die Fragmente so zu platzieren, dass sie genug Licht abbekommen. Wir hoffen, dass das Wetter uns weiterhin erlaubt, das Monitoring-Progamm und natürlich auch meine Fisch-Datenaufnahme gleichermaßen fortzuführen.

 

 

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