Blog Künstliche Riffe Teil 8Schwärmereien
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Vom künstlichen Riff frisch auf den Tisch

Dass Riffe einen Wert haben, ist inzwischen bekannt. Doch auch die künstlichen Riffe dienen nicht dem Selbstzweck – wie man in den Auslagen der örtlichen Restaurants sehen kann. 

 

 

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Mitte Dezember stand ich mit meinem Supervisor Christian Wild in Kontakt – mit der guten Nachricht, dass Naomi, eine Studentin des Masterstudienganges Ökologie, mich zu Beginn Februar als weiteres Team-Mitglied unterstützen sollte.

Naomi wird zusätzlich zu meinen Fisch-Daten soziale Daten in der lokalen Dorfgemeinschaft Chaloklams sammeln und ihren Schwerpunkt in ihrer Masterarbeit setzen– wenn dies gut läuft, erleichtert es meine Erhebung des monetären Wertes, den ich für die künstlichen Riffe brauche, und wir erhalten wertvolle Hintergrundinformationen. Zusammen macht das Daten sammeln gleich doppelt Spaß, und wir können uns in unseren journalistischen Fähigkeiten trainieren! Wir möchten natürlich herausfinden, wer, ob und wie oft die künstlichen Riffe nutzt – nach uns „Wissenschaftlern“ sind das möglicherweise die Fischer und Tauchschulen.

 

Bisher hatte ich auf Tauchgängen vom Boot aus zumindest einmal beobachtet, wie der thailändische Bootskapitän mit der Handleine verschiedene Fische fing. Wir ankerten an diesem Tag oberhalb der künstlichen Metallriffe, und der Kapitän erzählte dass die Fischer ab und zu auf den künstlichen Riffen auch fischte.

 

 

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Wir ankerten an diesem Tag oberhalb der künstlichen Metallriffe, und der Kapitän erzählte dass die Fischer ab und zu auf den künstlichen Riffen auch fischte. Chaloklam ist, wie ich schon zu Beginn des Blogs erzählte, ein Fischerdorf. Hauptsächlich werden hier kleine Tintenfische gefangen und getrocknet, diese werden dann zum Verzehr auf dem örtlichen Markt verkauft. Die Tintenfischerei geschieht nachts - man erfährt meist am nächsten Morgen ob der Nachbar erfolgreich war, denn man wacht manchmal zu einem etwas strengen Geruch auf. Die Boote sind ausgestattet mit Lichtern um die Tintenfische anzulocken, und sie werden mit Netzen gefangen.

Was wir ebenso beobachten konnten, waren große Boote die am Pier anlegten - die die Strecke von Bangkok bis Koh Phangan zurücklegten und beispielsweise Aale fingen. Koh Phangan war so etwas wie eine Zwischenstation um die vollen Schiffsbäche zu leeren, den Fang auf die Märkte der Inseln und aufs Festland nach Surat Thani weiterzuleiten, neues Eis zum kühlen zu besorgen und Diesel nachzufüllen. Auch, um den burmesischen Bootsjungen ein bisschen Zeit an Land zu geben.

Etwa zwanzig Fischer aus Chaloklam betätigen sich täglich oder mehrmals wöchentlich in der Tintenfischerei, besonders in der Hochsaison.

In der Nebensaison gehen viele eher auf Fischfang, bei schlechtem Fang nur für die Familie, bei gutem Fang wird auch gerne was an die örtlichen Restaurants verkauft. Mr. Mee, ein Fischer, ließ sich gerne von uns interviewen und erzählte, dass er oft Schnapper, Zackenbarsche, Barrakudas und Stachelmakrelen fing, manchmal so viele, dass er sogar auf den großen Markt auf der anderen Seite der Insel fährt. Dies passiert aber eher selten, so bleibt der gefangene Fisch ziemlich frisch hier im Dorf.

 

 

Wir können das selbst beobachten und haben auch die thailändischen Restaurantinhaber über die angebotenen Fische ausgefragt. Ein paar Arten, die verkauft werden, stammen allerdings aus Süßwasser-Aquakultur vom Festland – darunter fallen beispielsweise Tilapia und Tigergarnelen. Witzigerweise wird der Tilapia gern als „Roter Schnapper“ angepriesen – es verkauft sich besser mit solch einem Namen, und selten wissen Touristen über die Herkunft der Fische Bescheid. Weiterhin werden Muscheln angeboten, die ebenfalls aus Aquakultur stammen. Über die Meeresfische hingegen kann man guten Gewissens behaupten, dass diese aus den umliegenden Buchten stammen – wir werden dies natürlich durch unsere Interviews hoffentlich weiterhin bestätigen können!

 

 

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