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So kommunizieren Kalmare im Dunkeln

Ein leuchtender Fund

Leuchtender Fund: So kommunizieren Kalmare im Dunkeln

Die Forschung wirft ein neues Licht darauf, wie Tiefseekalmare wesentliche Botschaften übermitteln.

"Fass mein Fressen nicht an!"

Tiefes, dunkles Wasser hindert Humboldt-Kalmare nicht daran zu kommunizieren. Die Kreaturen können durch Biolumineszenz visuell miteinander sprechen. Wie Forscher herausgefunden haben, können sie durch wechselnde Hautfarbmuster präzise Botschaften übermitteln, die in Warnungen wie "Fass mein Fressen nicht an" übersetzt werden könnten.

"Wie auf einem E-Reader"

Humboldt-Kalmare (Dosidicus gigas) nutzen ihre biolumineszierenden Organe, um ihren ganzen Körper zum Leuchten zu bringen.

Aber Forscher der Stanford University und des Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) haben herausgefunden, dass dies auch eine Hintergrundbeleuchtung für wechselnde Farbmuster auf ihrer Haut erzeugt - wie Wörter auf einem E-Reader-Bildschirm.

Forscher, die das Verhalten von Humboldt-Kalmaren untersuchen gehen davon aus, dass die Kreaturen diese sich verändernden Hautmuster nutzen, um sich in tiefem Wasser zu verständigen.

Sie veröffentlichten ihre neuen Ergebnisse am 23. März in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.

"Eine wichtige evolutionäre Innovation"

"Viele Tintenfische leben in ziemlich flachem Wasser und haben diese lichterzeugenden Organe nicht. Es ist möglich, dass dies eine wichtige evolutionäre Innovation ist, um den offenen Ozean bewohnen zu können", sagte Benjamin Burford, ein Doktorand an der Stanford's School of Humanities and Sciences und Hauptautor des Artikels, in einer Stellungnahme. "Vielleicht brauchen sie diese Fähigkeit zu leuchten und diese Pigmentierungsmuster, um das Gruppenverhalten zu erleichtern und dort draußen überleben zu können".

Mit den ferngesteuerten Fahrzeugen des MBARI wurden Videoaufnahmen von Humboldt-Kalmaren gemacht, die in Tiefen von 266 bis 838 Metern vor der kalifornischen Küste leben. Aus diesem Filmmaterial ermittelten die Forscher, wie die Tintenfische die Pigmentierungsmuster auf ihrer Haut verändern, um Signale zu übermitteln.

Das Tintenfisch-Alphabet

Interessanterweise vermuten die Forscher auch, dass die Kommunikation der Tintenfische sogar "in verschiedene Einheiten zerlegt werden könnte, die die Tintenfische neu kombinieren, um verschiedene Botschaften, wie Buchstaben im Alphabet, zu bilden". Die Forscher sagen jedoch, dass es noch zu früh sei, um zu sagen, dass die Tintenfisch-Kommunikation so komplex ist wie eine menschenähnliche Sprache.

"Wir denken manchmal an Tintenfische als verrückte Lebensformen, die in dieser fremden Welt leben, aber wir haben viel gemeinsam. Sie leben in Gruppen, sie sind sozial, sie sprechen miteinander", sagte Burford. "Die Erforschung ihres Verhaltens und des Verhaltens anderer Tiefseebewohner ist wichtig, um zu erfahren, wie Leben in fremden Umgebungen existieren kann. Aber sie sagt uns auch allgemein mehr über die Strategien, die in extremen Umgebungen auf unserem eigenen Planeten angewendet werden.

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