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Atmen kann man lernen

Als Freitaucher muss man, als Gerätetaucher sollte man: die Atmung trainieren. Denn sie ist viel mehr als nur eine Notwendigkeit.

 

 

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Egal ob beim Geräte- oder beim Freitauchen – die Atmung spielt eine zentrale Rolle. Da sie von ganz alleine passiert, wird sie im Alltag oft vergessen.

Stress und Hektik führen meist dazu, dass wir immer flacher und schneller und dadurch ineffektiver atmen – egal ob an Land oder unter Wasser. Dabei sollten wir keinesfalls außer Acht lassen, dass Atmung nicht nur Ausdruck von Stress oder Panik sein kann, sondern kehrseitig ein gutes »tool« darstellt um gerade solche Situationen besser zu beherrschen und diese »abzuatmen«.

Das will bewusst geübt sein. Apnoisten sind bezüglich Atemtechnik den Gerätetauchern meist Längen voraus und setzen eine Luftnotsituation deutlich gelassener um. Deshalb hier vier Übungen zum Aufholen für die nächste Saison. Der Sinn der Übungen ist es nicht den Luftverbrauch zu reduzieren, sondern atmungsbedingte Probleme zu vermeiden oder Stresssituationen besser zu meistern.

1. Vollatmung

Tiefe Einatmung zunächst in den Bauch, dann in die Seiten, am Schluss in den oberen Brustbereich. Legt man die Hände nacheinander über die jeweiligen Körperabschnitte sollte man deren Ausdehnung bewusst fühlen können.

2. Betonte Ausatmung

In der Regel fokussiert man sich eher auf die Ein – als auf die Ausatmung. Falsch! Wird unzureichend ausgeatmet, passt zu wenig Sauerstoff angereicherte Luft in die Lunge. Als Übung eignet sich langsame und vollständige Ausatmung mit einem Ton (summen oder A-O-U-M) oder mit gespitzten Lippen. Ausatmung kann auch beim Gehen im Alltag, Joggen oder Schwimmen geübt werden: Versuche einmal doppelt so lange aus – wie einzuatmen. Zum Beispiel zwei oder drei Schritte ein – vier oder sechs Schritte aus. Beim Schwimmen versuche die Ausatmung über mehrere Armzüge auszudehnen.

3. Wechselseitige Nasenatmung

Als reinigende Atemübung wird im Yoga das sogenannte Nadi Shodana praktiziert. Dabei werden die drei mittleren Finger auf die Stirn gelegt. Kleiner Finger sowie Daumen halten abwechselnd ein Nasenloch zu. Aus dem offenen Nasenloch wird bewusst ein- und ausgeatmet. Dann ist das andere an der Reihe. Als Variation kann man durch ein Nasenloch einatmen, durch das andere Nasenloch ausatmen und danach wechseln.

4. Bewusstes Atmen

Platziere die Zungenspitze hinter die Schneidezähne, atme über die Nase ein und zähle bis 4. Halte danach die Luft an und zähle bis 7. Atme danach über den Mund wieder aus und zähle dabei bis 8.

Die Autorin

Dr. Anke Fabian

Medical Board aqua med

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