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Geheimnisvolles Plankton

Wer ein gutes Auge hat, kann der Wissenschaft behilflich sein. Tausende Bilder von Planktonlebewesen müssen eingeordnet werden. 

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Ohne die Mithilfe von Laien würde es Jahre dauern, das Forschungsprojekt durchzuführen.

Meeresbiologen des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Observatoire océanologique, Villefranche sur Mer aus Frankreich wollen mehr als 50.000 Bilder von einzelligen Meeresorganismen aus der Gruppe der Rhizaria sortieren und deren Häufigkeit und Verteilung in bestimmten Gebieten des Ozeans bestimmen.

Rhizaria sind Einzeller, gehören zum tierischen Plankton, dem Zooplankton, und sind eine wertvolle Nahrungsgrundlage für Fische und andere größere Organismen. Wie auch andere Plankton-Gruppen erfüllen Rhizaria aber noch weitere Funktionen im Ozean. Beispielsweise transportieren sie, wenn sie absterben und absinken, Kohlenstoff von der Meeresoberfläche in die Tiefsee und spielen damit eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf der Erde.

Noch sind aber viele Funktionen der Plankton-Gruppe Rhizaria weitgehend unbekannt, obwohl sie in manchen Regionen des Ozeans bis zu 81 Prozent des Zooplanktons ausmacht.

Mit ihrem Forschungsprojekt hoffen die Forscher, die Prozesse im Ozean besser zu verstehen und Veränderungen zu erkennen. Für das Sortieren der 50.000 Bilder der Plankton-Lebewesen sucht das GEOMAR-Institut interessierte Helfer. Vorwissen ist dabei nicht nötig. Über die Webseite https://planktonid.geomar.de können sich Interessierte registrieren und wie bei einem Memory-Spiel Bilder vergleichen und bestimmten Planktongruppen zuordnen. Rechenprozesse im Hintergrund sorgen dafür, dass sich Fehler bei Bestimmungen nicht auf das Ergebnis auswirken. So muss jedes Bild mindestens zehn Mal von verschiedenen Nutzern identifiziert werden, bevor es in die Forschung einfließen kann.

Infos: https://planktonid.geomar

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