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Götter aus dem Meer

Vor der Küste Ägyptens haben Unterwasserarchäologen riesenhafte Statuen gefunden. Zu sehen sind sie nun im Museum Rietberg in Zürich. 

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Vor wenigen Tagen hat die Ausstellung „Osiris – Das versunkene Geheimnis Ägyptens“ im Museum Rietberg in Zürich begonnen.

Die Schau ist zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum zu sehen und läuft bis zum 16. Juli 2017. Sie besteht aus rund 300 Exponaten, von denen 40 noch nie außerhalb Ägyptens präsentiert wurden. Zu den Highlights, die ein Team unter Leitung des Unterwasserarchäologen Franck Goddio vor der Küste Ägyptens gefunden hat, zählen drei überdimensionale Statuen. Die über fünf Meter hohen Kunstwerke stellen ein Herrscherpaar dar sowie Hapi, den Gott des Nils. Aufgrund ihrer Größe befinden sie sich vor dem Museumsgebäude in drei extra für sie angefertigten Glashäusern.

In den eigentlichen Museumsräumen stehen der Mythos und die Mysterien des Osiris im Mittelpunkt. Der Legende nach wurde er von seinem Bruder Seth getötet, von diesem anschließend in 14 Stücke zerschnitten und in ganz Ägypten verteilt. Seine Gemahlin Isis hatte als Göttin jedoch die Macht, nach dem Zusammensammeln der Einzelteile den Körper ihres Mannes wieder zusammenzufügen, ihm Leben einzuhauchen und mit ihm ihren Sohn Horus zu zeugen. Seitdem gilt Osiris als Überwinder des Todes und steht sinnbildlich für das ewige Leben und den Kreislauf der Natur. Ihm zu Ehren feierten die Ägypter jährlich die Osiris-Mysterien, unter anderem in einer Bootsprozession zwischen den versunkenen, von Franck Goddio entdeckten Städten Thonis-Herakleion und Kanopus. Zahlreiche Gegenstände dieses Kultes – von der goldenen Opferschale über Votivbarken aus Blei bis hin zum Totenbett des Osiris – sind im Museum Rietberg zu sehen.

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Durchgeführt wurden die wissenschaftlichen Expeditionen vom Europäischen Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) unter Leitung von Franck Goddio in Kooperation mit dem ägyptischen Ministerium für Altertümer und mit Unterstützung der Hilti Foundation. «Es ist eine besondere Freude, dass die Ausstellung in Zürich gezeigt wird», sagt Franck Goddio. «So können wir unsere Entdeckungen und Erkenntnisse aus vielen Jahren Arbeit einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und mit ihr die Faszination an der Erforschung alter Kulturen teilen.»

Franck Goddio ist heute wohl der berühmteste und erfolgreichste Unterwasserarchäologe der Welt. Er hat die Suche nach den Schätzen der Vergangenheit in den Tiefen des Meeres revolutioniert. So machte er zum Beispiel neueste Technologien, die ursprünglich für die Suche nach Rohstoffen konzipiert waren, mit Unterstützung der Hilti Foundation für seine unterseeischen Erkundungen nutzbar und entwickelte sie für seine Zwecke weiter.

Für Museumsdirektor Dr. Albert Lutz ist «Osiris – Das versunkene Geheimnis Ägyptens» eine weitere Perle in einer Reihe archäologischer Ausstellungen: «Diese Schau ist etwas, das es in dieser Größe und Bedeutung zuvor noch nie in Zürich zu sehen gab».

Infos: www.rietberg.ch

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