Seehase

Haie und Rochen in Gefahr

In den deutschen Meeren sind etliche Haie und Rochen vom Aussterben bedroht oder bereits ganz verschwunden. Nur der Katzenhai gilt als nicht gefährdet. 

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Eine neue Studie gibt erstmals umfassend Aufschluss über Vorkommen und Gefährdung von Haien, Rochen und Chimären in der deutschen Nord- und Ostsee.

Zehn Arten gelten als etabliert, jedoch nur eine einzige Art, der Kleingefleckte Katzenhai, gilt derzeit als ungefährdet (im Foto zu sehen). Untersucht wurde die Situation der Knorpelfischarten in den deutschen Meeren von Forschern der Universität Hamburg im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Abteilung Meeresnaturschutz.

Zehn Arten stufte das Forscherteam als etabliert in den deutschen Meeren ein. Dies sind Hundshai, Weißgefleckter Glatthai, Kleingefleckter Katzenhai, Dornhai, Sternrochen, Kuckucksrochen, Nagelrochen, Fleckrochen, Gewöhnlicher Stechrochen sowie der Glattrochen-Artkomplex. Eine Chimärenart, drei Rochen- und fünf Haiarten kommen derzeit unregelmäßig in deutschen Gewässern vor. Dazu gehören auch die als Durchzügler anzusehenden Riesenhaie, die in den letzten Jahren vereinzelt gesichtet wurden.

Jedoch ist die Gefährdungssituation der meisten Knorpelfischarten in den deutschen Meeresgebieten alarmierend: Der Gewöhnliche Stechrochen und der Glattrochen sind in deutschen Gewässern ausgestorben bzw. verschollen. Nagelrochen und Dornhai sind vom Aussterben bedroht, Hundshai und Sternrochen sind stark gefährdet bzw. gefährdet, Kuckucks- und Fleckrochen gelten als extrem selten. "Es ist besorgniserregend, dass der Kleingefleckte Katzenhai derzeit die einzige ungefährdete Knorpelfischart in den deutschen Meeresgebieten der Nord- und Ostsee ist", so Prof. Dr. Ralf Thiel vom Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg.

Als Haupt-Gefährdungsursachen der Knorpelfische werden die Fischerei, durch den Menschen verursachte Lebensraumveränderungen, Schadstoffe und der Einfluss des Klimawandels herausgestellt. In der Studie wird die Einrichtung von wirksam gemanagten Meeresschutzgebieten als eine wesentliche Schutzmaßnahme vorgeschlagen.

Die Studie ist aktuell als Band 450 der Schriftenreihe "BfN-Skripten" veröffentlicht worden und steht unter nachfolgendem Link zum Download bereit: www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript450.pdf

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