Living Blue Planet ReportRotfeuerfisch-Plage

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Einer für viele

Das Jahr nähert sich dem Ende und somit wird es wieder Zeit, die Tiere und Pflanzen des kommenden Jahres auszurufen.

Den Fisch des Jahres auszuwählen ist das gemeinschaftliche Privileg des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST), des Deutschen Angelfischer-Verbandes (DAFV), des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Die Wahl fiel auf einen von Tauchers Lieblingen, Esox lucius, den Hecht. Beliebt wegen seiner Standorttreue und seiner Größe, immerhin können weibliche Tiere kapitale 130 Zentimeter lang werden.

»Mit dem Hecht wurde eine Art gewählt, durch die die Zusammenhänge zwischen Natur- und Artenschutz sowie nachhaltiger, verantwortungsvoller Naturnutzung verdeutlicht werden können«

erklärt der VDST in einer Pressemitteilung. Der Hecht ist wie viele Fischarten auf intakte Ufer- und Auenbereiche angewiesen, die er als Rückzugsraum und Laichplatz benötigt. Werden Ufer und Auen renaturiert oder in einem naturnahen Zustand erhalten, nützt das nicht nur dem Hecht, sondern auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten. Nicht zu vergessen dem Menschen, der den Hecht als Speisefisches schätzt.

Charakteristisch für den torpedoförmigen Raubfisch ist seine Fähigkeit, im Wasser regelrecht zu „stehen“. Als Lauerjäger harrt er so nahezu bewegungslos auf Beute. Mit seinem schnabelartigen Maul und den nach hinten gebogenen Zähnen packt er Fische aller Art, auch Artgenossen, Frösche, und sogar Wasservögel und Säugetiere bis zur Größe einer Bisamratte. Zur Laichzeit im zeitigen Frühjahr zieht der Hecht in krautreiche Flachwasserbereiche der Überschwemmungsflächen oder in kleine Gräben und Nebengerinne, wo die klebrigen Eier an Wasserpflanzen angeheftet werden. Diese für seine Vermehrung notwendigen Flächen sind typischerweise im Frühjahr überschwemmte Wiesen der Flussauen, aber auch die Flachwasserzonen und Überschwemmungsbereiche von Seen. Insbesondere die Jungfische sind auf die sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche mit ihrem großen Nahrungsangebot angewiesen. Durch Trockenlegung von Wiesen, Uferbegradigungen und Verbauung sind solche Lebensräume selten geworden.

»Vorrangiges Ziel ist es daher, die Gewässer und ihre Auen auch für den Hecht wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen.«

In solchen Gebieten kommt es zu einer natürlichen Überschwemmungsdynamik, was nicht nur die Natur, sondern auch dem Menschen zugute kommt, weil es gleichzeitig ein Beitrag zum Hochwasserschutz sei – erklärt der VDST.

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