Tauchen nach der Schwangerschaft - Was du beachten solltest2020 sollte das Super-Jahr für die Ozeane werden (Seite 2)
Reise

2020 sollte das Super-Jahr für die Ozeane werden

 

 

  • Start
  • Wissen
  • 2020 sollte das Super-Jahr für die Ozeane werden

2020 sollte das Super-Jahr für die Ozeane werden

...... doch dann kam Covid-19!

(Bilder Wolfram Koch)

Die globalen Probleme und das Superjahr für die Ozeane!


Das Jahr 2019 war umweltpolitisch vor allem durch die Klimaaktivisten um Greta Thunberg geprägt und es machte Mut zu sehen wie ein junges Mädchen es geschafft hatte eine ganze Generation plötzlich für ein Thema zu sensibilisieren, das uns doch eigentlich alle angehen sollte – bisher aber weitgehend ignoriert worden war: die Bedrohung des Planeten Erde und der gesamten Menschheit durch die zunehmende globale Erwärmung und der daraus resultierenden Klimaveränderung, dem Abschmelzen der Polkappen, dem Anstieg des Meeresspiegel, den zunehmenden Wetterextremen, der massiven Ausbreitung der Wüsten und Trockenzonen und einem terrestrischen Artensterben unbekannten Ausmaßes!

Weil Hunderttausende von jungen Menschen auf die Straße gingen und die Politiker aufforderten endlich zu handeln standen diese Themen plötzlich auch weltpolitisch im Mittelpunkt und selbst die älteren Generationen ließen sich durch dieses Engagement von der Forderung nach einer signifikanten Reduktion der Treibhausgase „infizierten“.

2020 hätte jetzt das Superjahr für die Ozeane werden sollen, denn ohne intakte Ozeane ist an eine Kehrtwende in Bezug auf Klimawandel überhaupt nicht zu denken.

95% allen Lebens in der Hochsee

Unsere Erde besteht zu über 2/3 aus Ozeanen, und zur Hälfte aus der sogenannten Hochsee, also dem Teil der Ozeane der nicht zum Hoheitsgebiet oder der ausschließlichen Wirtschaftszone einzelner Staaten gehört und daher so etwas wie ein Niemandsland außerhalb der Gesetzgebung darstellt, aus dem sich jeder bedient – ohne Rücksicht auf Verluste.

Dabei beherbergt gerade die Hochsee 95% allen Lebens auf der Erde, produziert die Hälfte unseres Sauerstoffs und speichert jährlich 1,5 Milliarden Tonnen CO2; außerdem ist die Hochsee auch die Heimat vieler bedrohter Tierarten, wie Haie, Wale, Seevögel und Meeresschildkröten die zumeist weite Wanderungen von vielen Tausend Kilometern in den Weltmeeren unternehmen.

Die Hochsee ist oftmals das letzte Rückzugsgebiet für diese bedrohten Arten und sozusagen die blaue Lunge unseres Planeten. Doch wir alle haben zwischenzeitlich von der massiven Bedrohungen unserer Ozeane durch gigantische Plastikteppiche bis hinunter in die Tiefsee, der Öl- und Lärmverschmutzung, dem Temperaturanstieg und der zunehmende Versauerung der Ozeane gehört – und all das betrifft natürlich auch oder gerade die Hochsee!

Seit Begin der Industrialisierung hat der pH Wert durch die eingetragenen CO2 Emissionen bereits um 26% abgenommen und ist um 0,1 Einheiten in Richtung „sauer“ abgesunken. Das mag erst einmal nicht besonders dramatisch klingen, könnte sich aber bis 2100 auf eine Absenkung um 171% verschärfen. Und dabei hat bereits die heutige „Versauerung“ schwerwiegende Auswirkungen auf die Korallenriffe, kalkeinlagernde Lebewesen wie Muscheln und Schalentiere und das gesamte marine Ökosystem.

"Wir verlieren bis zu eine Millionen Arten"

ABER allen voran ist es auch dort vor allem die industrielle Fischerei die für die Zerstörung der letzten intakten Ökosysteme und den massiv fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt verantwortlich ist.

Laut dem Bericht der Vereinten Nationen könnten wir bereits in den nächsten Jahrzehnten bis zu Einer Million Arten verlieren – die Hälfte davon in unseren Ozeanen!

Allein in der Hochsee werden jährlich ca. 10 Millionen Tonnen Fisch gefangen, oftmals finanziert durch staatliche Subventionen und auch Subventionen der EU. Das entspricht zwar weniger als 15 Prozent des globalen Wildfangs von ca. 80 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr (FAO, 2018), geht aber mit riesigen Mengen an Beifang bedrohter Arten einher und unterliegt so gut wie keinen Kontrollen.

Denn noch immer ist die Hochsee ein nahezu rechtsfreier Raum in dem selbst die Verfolgung und Ahndung illegaler Fangaktivitäten wie „Finning“ von Haien oder Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) oder das Bonner Abkommen zum Schutz wandernder Wildtierarten (CMS) nahezu unmöglich sind.

Sharkproject unterstützen: https://www.sharkproject.org

QR Code zur Abstimmung für die Stop Finning EU Bürgerinitiative

Dringend notwendige Trendwende

Und aus all diesen Gründen sollte das Jahr 2020 endlich eine dringend notwendige Trendwende markieren:

den gemeinschaftlichen Schutz der Hochsee, der Ozeane und der Biodiversität in unseren Meeren durch die Weltgemeinschaft und letztendlich so den Schutz des blauen Planeten Erde!


Tatsächlich waren viele wichtige Konferenzen und Entscheidungen über effektive Schutzmaßnahmen genau für dieses Jahr, das Jahr 2020, geplant um so endlich diese Kehrtwende einzuleiten – bevor es für immer zu spät ist!

Zu den wichtigsten Konferenzen diesbezüglich zählen:

New York, Februar 2020

Vorbereitungskonferenz der Vereinten Nationen (UN) für die Konferenz zur Implementierung nachhaltiger Entwicklungsziele für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und der marinen Ressourcen die im Sommer 2020 stattfinden soll (SDG14).

Europa, März 2020

Woche der Ozeane in Europa; Europaweite öffentliche Aktionen und Diskussionen machen auf die Bedrohungen und die notwendigen Maßnahmen aufmerksam und ist damit die letzte öffentliche Aktion für die Ozeane vor dem weltweiten lock down!

New York, Februar/März 2020

Finale Verhandlungsrunde für ein internationales Schutzabkommen für die Hochsee, bei dem endlich tragfähige Vereinbarungen zu rechtsverbindlichen Schutzbestimmungen für die Hochsee erzielt werden sollten!

Marseilles, Juni 2020

IUCN Weltartenschutzkongress mit Beteiligung aller Mitgliedsstaaten und vieler Umweltschutzorganisationen um gemeinschaftlich weitreichende Maßnahmen zum weltweiten Artenschutz auf den Weg zu bringen, inklusive einer Eindämmung der Auswirkungen der kommerziellen Fischerei auf die Artenvielfalt im Meer!

Kazakhstan, Juni 2020

Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) mit dem Ziel gemäß dem Nachhaltigkeitsziel SDG14.6 ein Ende der Subventionen, von jährlich 35 Milliarden Dollar, durchzusetzen und somit ein Ende der staatlichen Förderung der weltweiten Überfischung und Zerstörung der Meere durch die Mitgliedsstaaten zu erreichen.

Lissabon, Juni 2020

Ozeankonferenz der UN für eine nachhaltige Nutzung unserer Ozeane um das Leben im Meer (SDG14) für diese und zukünftige Generationen zu ermöglichen. Die Hoffnung auf echte Verbesserungen zum Schutz der Meere und Implementierung einer wirklich nachhaltigen Fischerei!

Palau, August 2020

Unser Ozean, eine internationale Konferenz zu den Themenschwerpunkten Meeresschutzgebiete, Meeresverschmutzung, nachhaltige Fischerei, Klimawandel und einer nachhaltigen „blue economy“ – also einer „blauen Wirtschaft“ zur nachhaltigen Nutzung des Ozeans.

Peking, Oktober 2020

CBD COP 15 post-Aichi Ziele und somit einer Erneuerung bzw. Nachbesserung der in 2020 auslaufenden Nachhaltigkeitsziele der UN. Hauptthema hierbei muss die Etablierung von 30% der Meeresoberfläche als Meeresschutzgebiete bis 2030 sein!

Glasgow, November 2020

UNFCCC COP 26 Klimakonferenz bei der wir alle endlich die Umsetzung von ambitionierten Ziele für eine Reduktion der Treibhausgase erwarten – und zwar von allen Staaten!

"Wichtige Schutzmaßnahmen sollten verabschiedet werden"

Zudem waren weltweit mehrere Jahrestagungen oder Arbeitstreffen der Regionalen Fischereimanagement Organisationen (RFMOs) für den Indischen Ozean, für den westlichen Zentralpazifik, für den Atlantik und andere Regionen geplant.

Bei diesen Treffen sollten wichtige Schutzmaßnahmen für die einzelnen Regionen verabschiedet werden, wie z.B. auch ein Fangverbot für Kurzflossen-Makohai im Atlantik.

Makohai darf dort immer noch offiziell gefangen werden und alleine Spanien landet jährlich mehr als 2.000 Tonnen Makohai an, obwohl er laut Roter Liste der IUCN vom Aussterben bedroht ist und 2019 in den CITES Anhang II aufgenommen wurde. 
Und auch viele Umweltschutzorganisationen hatten für den Sommer 2020 das Thema OZEAN und OZEANSCHUTZ ganz oben auf ihrer Agenda stehen....

Dr. Iris Ziegler sieht schwere Zeiten auf nGOs und Meeresschutzorganisationen zukommen.