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Der Parademonat

Der Oktober beweist es: Man braucht nicht unbedingt eine Menge super spektakulärer Aufnahmen, wenn es eine gute, schlüssige Story gibt. 

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Unsere nominierten Filme im Oktober sind Paradebeispiele dafür, wie wichtig eine gute Story für einen guten Film ist.

Man braucht nicht unbedingt eine Menge super spektakulärer Aufnahmen, wenn es eine gute, schlüssige Story gibt. Würde man bei diesen Filmen nur die Unterwasser-Aufnahmen ohne die Geschichten zeigen, wären diese Filme nicht halb so gut. Jeder gute Film muss eine gute, schlüssige Story haben. Dann werden kleinere Mängel nicht nur unerheblich, sondern es macht erst  richtig Spaß, sich ihn anzusehen – auch mehrfach!

Nominierung No. 1

»Der alte Mann und der Steinbruch« hat nicht nur eine Geschichte, sondern eine regelrechte Handlung! Der alte Mann nimmt den Zuschauer mit in seine Vergangenheit, als er noch im Steinbruch gearbeitet hat. Durch den Blick der Kamera über die Schulter des Mannes und den Zoom auf den See (0:30), wird der Zuschauer geschickt in die Unterwasserwelt des Sees geführt. Sehr schön sind die Überblendungen mit alten SW-Aufnahmen, als der See noch ein Steinbruch war.

Durch die Erinnerungen des alten Mannes wird die Geschichte und mit ihr auch die Gegenstände unter Wasser (Maschinen, Steine) »lebendig« und bekommen eine Bedeutung. Auch die Taucher im Bild machen Sinn, weil sie Teil der Geschichte sind und erklären, wie der See heute genutzt wird. Die Kamera ist sehr ruhig, der Film gut und passend zur Musik geschnitten, die ausgewählten Sequenzen ergeben eine ausgewogene Mischung aus Tauchern, Landschaft und Lebewesen. Sehr gelungen auch der Schluss! Unter solchen Sichtverhältnissen einen einen schönen Clip zu erarbeiten ist alles andere als leicht, aber die Filmerin hat das brilliant hinbekommen. Apropos: wir vermissen ihren Namen in der Kreditierung!

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Nominierung No. 2

Auch in »Steinbruch Schönberg« wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Geschichte erzählt: der Diebstahl eines Taucherhelms und die Suche danach. Auf diese Weise werden die tollen Unterwasser-Bilder des Sees Teil der Geschichte, die immer wieder im Bild erscheinenden Taucher sind mehr als nur Beiwerk, da sie Teil der Geschichte des Films sind.

Die Spannung wird gleich zu Beginn des Films durch Musik-Akzente, durch die Bilder vom Einbruch in der Dunkelheit und der Nachricht vom Diebstahl, etc. geweckt. Während der Suche, sprich: während des Tauchgangs, erhält der Zuschauer zusätzlich Informationen über den Steinbruch… clevere Idee. Wir bemerken mit Entzücken den Einsatz eines Stativs für die Landaufnahmen, auch die Unterwasserkamera ist gut gemacht, mit schönen Landschaftsaufnahmen, schönen Close-ups, gutem Schnitt und passender Musik.

Ein paar Einwände haben wir: zu einem Film gehören auch ein Film-Titel, die Kreditierung (Kamera, Schnitt, Musik, etc.) und natürlich sollte ein Vermerk zum Filmer, sprich Copyright. Hier kann (und darf) jeder die Bilder des Film frei nutzen. Unterm Strich überwiegen die genannten Vorzüge, sodass die Jury eine Nominierung auspackt. 

Nominierung No. 3

Schon der Start von »The Sea« sorgt für Spannung: die Kamera, auf Meereshöhe positioniert, und der Blick auf das herankommende Wasser. Da wird der Titel schon im ersten Moment erfüllt. Der Zuschauer kommt aus dem Bann der Filmes nicht mehr heraus – und das obwohl eine ernste Botschaft transportiert wird: die Schönheit des Meeres und die Notwendigkeit, es zu schützen.

Durch den Ich-Erzähler wird der Zuschauer direkt eingebunden, die oft unvermeidliche Distanz des Betrachters aufgelöst. Passende, ästhetische Bilder werden durch den guten Kommentar und die angenehme Sprecherin zusammen gehalten, unterfüttert durch die passende Musik.

Kleinigkeiten, die man optimieren könnte: Schärfe: den Fokus auf das Wesentliche richten. Bei Tieren sollte das Auge (die Augen) im Fokus sein, besonders bei Nah-Aufnahmen (03:22); Filmgestaltung: manche Szenen sind ohne Übergang zur nächsten Szene aneinander gefügt; Schwarzblende: normalerweise zeigt eine Schwarzblende ein neues Thema, Kapitel an. Die Schwarzblende am Ende wäre besser durch ein weiteres UW-Szenario ersetzt, etwa ein Tier, das aus dem Bild schwimmt. All diese Kleinigkeiten fallen unter dem Strich nicht ins Gewicht, weil die wichtigsten, bereits erwähnten Punkte, erfüllt sind. Ein wirklich toller Film über das Meer und die Notwendigkeit, es zu schützen, der diese schwere Kost auch noch fesselnd umsetzt – was will man mehr?

Userwertung

Favorit bei den Usern war mit 82 Punkten Martin Hess mit »Esox Lucius«. Ronny Liskers  »The Shipwrecks of Coron« liegt mit 82 Zählern auf dem zweiten Platz. Platz drei geht an Ronald Faber und »The Sea«. 

 

 

Userwertung Oktober 2016
Platz Punkte Filmer Filmtitel
1 85 Martin Hess (D) Esox Lucius - Fisch des Jahres
2 82 Ronny Lisker (D) The Shipwrecks of Coron
3 60 Ronald Faber (ES) The Sea
4 18 Harald Schetter (D) Kleinod der Schwäbischen Alb
5 14 Katja Kieslich (D) Der alte Mann und der Steinbruch
6 12 Matthias Harendt Steinbruch Schönbach

Danke!

Wir bedanken uns bei allen Usern für die Teilnahme an der Abstimmung.

Das unterwasser-Jahresabo geht an Frank Bauriedel, 93053 Regensburg. 

Der Wertungsmodus

Jury und Publikum werten die Filme in getrennten Rankings. In der Userwertung werden die Punkte der einzelnen User aufaddiert. Fünf Punkte stellen die Höchstnote dar, ein Punkt ist die niedrigste Bewertung. Die Jury vergibt Punkte von eins bis fünf sowie Nominierungen. Nominierte Filme gehen im Dezember in die Endabstimmung der Jury zur Ermittlung der Jahresbesten.

Alle Filme sowie die kompletten Wertungen finden Sie unter 

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