Tauchcomputer im AtterseePraxistest Kreislaufgerät CCR Liberty

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Fazit: Computertest in 40 Meter Tiefe

COMPUTERTEST Mit aktuellen Tauchcomputern ins Tiefe und Dunkle. Wie gut lassen sie sich ablesen und wie logisch erscheint die Anzeige, wenn man kurz vor dem Tiefenrausch steht? Unser Fazit.

Cressi Leonardo

Der Leonardo gehört zu den günstigsten Rechnern in unserem Test. Aber auch zu denen, die sich am einfachsten bedienen lassen. Zugegeben, viel kann man bei einer Eintastenbedienung auch nicht verkehrt machen. In puncto Ablesbarkeit und Aufbau der Anzeige gleicht er dem Giotto. Der Unterschied zwischen beiden liegt beim Nitrox. Hier kann der Leonardo nur mit Gasen bis 50 Prozent (Giotto bis 99) umgehen. Die bessere Tasten-Bedienung mit Handschuhen und der äußerst günstige Preis von 219 Euro bringen dem Leonardo aus unserer Sicht vor den Giotto. Zumal vor allem im Tauchanfänger-Bereich, wo beide Rechner unserer Meinung nach angesiedelt sind, sehr selten Gase mit mehr als 50 Prozent Nitrox getaucht werden. Was den Algorithmus angeht, gehören Cressi-Rechner im konservativsten Modus zu den toleranteren. Allerdings lassen sich zwischen dem ersten und dritten Level (insgesamt drei) deutliche Unterschiede in den Dekovorgaben feststellen. In unserem Fall waren das immerhin 37 Minuten.

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Beuchat Voyager 2G

Bei den Franzosen spielt der »2G« schon eine ganze Weile die erste Geige im Rechner-Segment. Er gehört zu den Modellen, die man in ähnlicher Bau- und Funktionsweise auch bei anderen Hersteller findet (siehe auch Oceanic VEO 2). Was die Ablesbarkeit des Voyager angeht, so sind die großen Zahlen und Zeichen auf den ersten Blick les- und deutbar. Was die Abkürzungen und Symbole bedeuten, ist dagegen erst nach genauerem Studium der Anleitung zweifelsfrei erkennbar. Gleiches gilt für das Menü und die Einstellung der Parameter. Auch wenn auf den ersten Blick nur zwei Bedientasten da sind, gehören drei Tasten zum nicht ganz einfachen Einstellungsspiel. In der Praxis erweist sich er sich als vollwertiger, solider Rechner mit der Möglichkeit der Verwendung eines Dekogases. Wie schon beschrieben, ist die Ablesbarkeit auch in der Tiefe kein Problem, was die Logik angeht, schaut man in das Manual. Was aus unserer Sicht leider gar nicht geht, ist die Menüführung. Hier kommt man selbst mit Anleitung nicht immer weiter.

Cressi Giotto

Zum Giotto fällt uns als Erstes die Frage an den Hersteller ein, warum man unbedingt zwei Tasten mehr unterbringen musste. Das bringt zwei potenzielle Schwachpunkte mehr mit sich, die sich einerseits negativ auf die Bedienbarkeit mit Handschuhen auswirken und den User letztlich nur verwirren. Vor allem dann, wenn man von einem Vorgängermodell mit nur einer Taste umsteigt. Was die Ablesbarkeit unter Wasser angeht, so findet sich der Giotto im breiten Mittelfeld. Im Bezug auf den logischen Aufbau sind ein, zwei Tauchgänge zur Gewöhnung ratsam. Vor allem, wenn es dekompressionspflichtige Tauchgänge werden. Dann sollte man genau wissen, was die mitunter doch etwas klein geratenen Symbole im oberen Eck bedeuten. Dennoch ist der Display-Aufbau lobenswert. Die relevanten Parameter springen einem sofort ins Auge. Die Möglichkeit, ihn erstens noch während der Entsättigungsphase mit Nitrox zu betauchen und ihn völlig zu reseten sowie der Preis von 299 Euro machen den Giotto besonders für den Tauchbasen-Verleih interessant.

Mares Icon HD Black

Er ist groß, schwer und muss vor der ersten Benutzung geladen werden. Das war es aber auch schon an negativen Auffälligkeiten. Die Positiv-Liste ist länger. Wir beschränken uns auf die Dinge, die ihn deutlich von anderen Rechnern abheben. Da wäre das farbige Display. Das drückt zwar die Energieeffizienz deutlich nach unten, stört aber nicht weiter, da der Akku gerade »aufgepimpt« wurde. Eine kleine Schwäche zeigte es im mit Schwebeteilchen durchwachsenen Flachwasser-Bereich, wo statt der Farbanzeige viele Spiegelungen zu sehen waren. Im direkten Vergleich der Dekompressions-»Strenge« lag er bei unserem Test im Mittelfeld. Seine Stärken sind vor allem ein sich selbsterklärendes Bedienkonzept, ein logischer und durchdachter Anzeigenaufbau und seine Funktionsvielfalt. Die beginnt bei abrufbaren Tauchplatzkarten und Bildern und geht bis zum Einsatz von drei Gasen, die via Druck-Sender überwacht werden können. Wünschen würden wir uns noch eine Anzeige der Rest-Tauchzeit unter Berücksichtigung der Restluft.

Mares Puck Pro

Er ist einfach in der Bedienung, weil er nur eine Taste hat. Somit arbeitet man sich mit kurzem und langem Tastendruck durch das Menü. Rein äußerlich macht er nicht den exklusivsten Eindruck, entspricht aber dem, was man in der Preisklasse von 229 Euro erwartet. Was man hier jedoch nicht erwartet, ist die Zwei-Gas-­Fähigkeit. So lässt er sich in der Dekophase auf das entsprechende Gas (33 bis 99 Prozent O2) umstellen. Was die Ablesbarkeit unter Wasser angeht, sind zwar die Zahlen sehr gut und vor allem kontrastreich dargestellt, allerdings für die Displaygröße dann doch etwas klein. Im Bereich der Dekompressionsberechnung gibt er drei Modi zur Auswahl. Der Rechner verhält sich insgesamt aber relativ normal, was die Vorgabe von Dekozeiten angeht. Das trifft vor allem auf Wiederholungstauchgänge zu. Da auch beim Puck Pro an den Tauchbasen-Verleih gedacht wird, ist auch hier die Sättigung löschbar. Wie resistent das Display ohne Schutzkappe gegen Kratzer ist, konnten wir nicht feststellen.

Subgear XP10

Viel würde nicht fehlen und die beiden XP-Modelle von Subgear würden wegen der geringen Display-Abmessungen auch als Uhrencomputer »durchgehen«. Trotz der kleinen Abmessungen von 4,5 Zentimetern in der Diagonale lassen sich die Zahlen und Symbole dennoch gut erkennen, sind klar dargestellt und im Tauchmodus auch logisch aufgebaut. Bei den XP-Modellen gibt es keine Herausstellung bestimmter Parameter durch eine größere Darstellung. Das erfordert bei anstehenden Deko-Stopps einen etwas genaueren Blick aufs Display. Einmal getan und man weiß, was der Rechner will. Die Bedienung und Einstellung der Parameter ist einfach. Auf den zweiten Knopf hätte man eigentlich auch verzichten können. Viel muss man eh nicht einstellen. Der XP-10 ist ein einfacher Rechner mit Nitrox-Modus. Dank seiner Löschfunktion der Restsättigung ist er genau das, was man auf einer Tauchbasis brauchen kann. Wir empfehlen Subgear-Fans, wenige Euro mehr in die Hand zu nehmen und den XP-3G zu kaufen.

Galileo sol

Kurz noch abschließend zum »luna«. Im Test zeigte sich, dass vor allem die Schutzkappe dazu führte, dass es zu Reflexionen kam. Aber besser man hat die Kratzer auf der Kappe, statt direkt auf dem Display. In puncto Dekompressionspflicht sind die Scubapro-Rechner im Vergleich zu beispielsweise Suunto-Rechnern selbst im konservativsten Level sehr mild – ob das gut oder schlecht ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Was uns irritierte, war die MOD von 68,8 Meter bei Luft- und PO2-Einstellung von 1,6. Das ist unserer Meinung nach etwas zu tief. Die bisher gemachten Anmerkungen treffen 1:1 auf den »sol« zu. Dieser unterscheidet sich im Wesentlichen durch die Integration der Herzfrequenz-Messung und die Mulitgas-Fähigkeit. Beide Parameter sind dem Hersteller einen Preisunterschied von 200 Euro wert. Mit der aktuellsten Neuerung, der Hinzunahme eines Apnoe-Modus, sind die Galileos komplett für Apnoe-, Sport- und technische Taucher ausgelegt. Sporttaucher dürften aber am besten bedient sein. Preis-Leistung: gut bis sehr gut.

Subgear XP 3G

Er ist im Hinblick auf das, was er kann, ein Schnäppchen. In erster Linie betrifft das die Möglichkeit, drei Gase betauchen und berechnen lassen zu können. Während des Tauchgangs macht er unmissverständlich klar, dass man auf das entsprechende Gas wechseln kann/sollte. Zudem unterstützt er CCR-Systeme (Kreislaufgeräte), indem er sich auf zwei Gase und deren Setpoints sowie ein Bailout-Gas programmieren lässt. Zusätzlich bekommt man auch noch einen Apnoe- und Gauge-Modus. Schaut man drüber hinweg, dass XP-10 und XP-3G nach jeder gemachten Einstellung ins Ausgangsmenü springen, so kann man die Bedienung als intuitiv und einfach bezeichnen. Im Hinblick auf seine Deko-Strenge kann man den XP-3G in insgesamt sechs Stufen so anpassen, dass man auch mit anderen, markenfremden Rechnern etwa das gleiche Deko-Profil erreichen kann. Alles in allem ist der XP-3G ein optimaler Begleiter für jede Phase des Taucherdaseins, sei es als Apnoe-, Sport- oder technischer Taucher. Zu dem Preis – Respekt.

Atomi Aquatics Cobalt

Nein, obwohl der Cobalt das Aussehen eines in die Jahre gekommenen Handys hat, ist er kein Telefon, sondern im Segment der Tauchcomputer einer der modernsten. Das trifft in erster Linie auf sein gestochen scharfes, helles Display zu, welches unserer Meinung nach das beste in der Testreihe ist. Ebenso gut ist der Aufbau und die Darstellung der Tauchgangsparameter.

Als einziger der Rechner zeigt er statt englischer Abkürzungen deutsche, ausgeschriebene Worte. Das ist vor allem in Stresssituationen oder bei einsetzendem Tiefenrausch mehr als praktisch. Zudem zeigt der Rechner durch Farbveränderungen und klare Worte an, was man tun muss – sehr gut! Ob eine Luftintegration via Schlauch eher hinderlich als praktisch ist, muss jeder für sich entscheiden. Wer mit verschiedenen Gasen tauchen will, hat hier die vierfache Auswahl. Kleine Abzüge gibt es für Schreibfehler in den Menüs und den Display-Schutz. Die Akku-Laufzeit ist akzeptabel. Dass Atomic keine Discount-Ware anbietet, weiß man und so wundert man sich auch nicht über den Preis von 999 Euro.

Liquivision Kaon

Ob das »Tapping«, das Klopfen, die bessere Alternative zur Tastenbedienung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dieses Tapping ist das Markenzeichen der Tauchcomputer des kanadischen Hersteller »Liquivision«. Hat man den Dreh mal raus, so ist die Bedienung leicht und das Menü logisch. Ein weiteres äußerst gefälliges Merkmal ist die bunte OLED-Anzeige. Das ermöglicht sogar, alle Parameter mit der Farbe der eigenen Wahl darzustellen. Gewählt wird hier zwischen Gelb, Blau, Grün und Rot. Der Kaon bietet somit reichlich Individualisierungsmöglichkeiten, was vor allem bei der »Klopfstärke« gut ist, da er sich bei zu hoher Sensibilität allzuleicht selbst verstellen kann. Betrachtet man die Anzeige unter Wasser, so strahlt er vor allem in düsterer Umgebung wie kein anderer. Eine kleine Schwäche zeigt er dann allerdings im Flachwasser-Bereich, wo er uns zu stark spiegelt. Die Darstellung auf dem Display ist Gewöhnungssache. Aber erstaunlich, wie viele Infos man so gut lesbar auf diesem kleinen Display darstellen kann.

TUSA Element

Manchen Modellen sieht man den Preis an. So hart es klingt, so wahr ist es aber auch. Der Element gehört mit 219 Euro zu den günstigsten. Wer sich mit Rechnern auskennt, merkt schnell, dass er keine Eigenkreation der Japaner ist, sondern zugekauft und gelabelt wurde. Der Element besticht durch Einfachheit. Das trifft sowohl auf die Ein-Tasten-Bedienung zu, die man als intuitiv bezeichnen kann, als auch auf seinen Funktionsumfang. Er ermög­licht zwischen Luft und Nitrox-Tauchgängen zu wählen (Nitrox bis 50 Prozent O2). Um die wenigen einstellbaren Parameter dennoch richtig zu deuten, empfiehlt es sich, die Bedienungsanleitung zu lesen. Hier erfährt man auch, was die übrigen Abkürzungen bedeuten. Uns ist er dann doch ein wenig zu »mager«. Wenigstens die Einstellmöglichkeit von Salz- oder Süßwasser hätte man ihm gönnen können. Die Ablesbarkeit unter Wasser ist tadellos. Aber wie schon gesagt, sollte man sich vorab mit den Abkürzungen und dem Aufbau des Displays beschäftigen. Fazit: einfach und preiswert.

Suunto Zoop

Würde nicht Suunto auf dem Gehäuse stehen, so könnte man meinen, der ­Zoop gehört gar nicht zur Familie des finnischen Herstellers. Das trifft nicht nur auf die Optik sondern auch auf die Menüführung zu. Drei ­Tasten bietet der Zoop und verlangt volle Aufmerksamkeit. Während man ihm die Aufmerksamkeit gern zugesteht, ärgert man sich jedoch schnell über die Tasten. Sie haben einen nicht angenehmen Druckwiderstand und sind alles andere als tauchhandschuhfreundlich. Positiv punktet dagegen die Anzeige unter Wasser mit großen Zahlen, die kontrastreich und unmissverständlich vom LC-Display ablesbar sind. Zum Funktionsumfang gehört ein Nitroxmodus (bis 50 Prozent O2). Wird es dunkel unter Wasser, sollte man eine Lampe dabei haben, da auf eine Beleuchtung zugunsten eines nachleuchtenden Displays verzichtet wurde. Bei unseren Praxistests wich auch das Deko-Zeiten-Verhalten des Zoop von allen anderen Suuntos ab. Er war wesentlich »lockerer« und gab kürzere Zeiten vor. Pluspunkt: der Preis –199 Euro.

Galileo luna

Er ist der kleine Bruder vom Galileo »sol«. Klein aber nur deshalb, weil er im Auslieferungszustand ohne Herzfrequenz-Messung und Multigas-Tauglichkeit beim Kunden landet. Beide Funktionen sind nachrüstbar. Größe, Gewicht, Bedienung, Algorithmus, Anzeigen – alles 1:1 wie beim Galileo sol. Einzig der schwarze Kunststoff-Rahmen unterscheidet ihn äußerlich vom teureren sol. »luna« und »sol« gehören in unserem Test zu den definitiven Gewinnern, was die intuitive Bedienung angeht. Keiner war schneller und einfacher auf Nitrox oder Luft umzustellen. Was die Ablesbarkeit betrifft, so ist die Galileo-Reihe die flexibelste: Man kann sich in vier Stufen einstellen, welche Parameter man auf dem kontrastreichen Dot-Matrix-Display angezeigt haben möchte. Je weniger Parameter, umso größer ist die Darstellung. Somit ist man mit dem Galileo bestens bedient, wenn die Sehkraft nachlässt. Zudem kann man die Display-Helligkeit anpassen. Allerdings nur vor dem Tauchen, was relativ wenig Sinn macht. Mehr Infos siehe Galileo "sol".

Liquivision Lynx

Er ist der große Bruder vom Kaon und kann einiges mehr. Zum Beispiel sammelt er Flaschendruck-Daten via Ultraschall ein. Und das (laut Hersteller) noch auch Entfernungen von bis zu 100 Metern. Geprüft haben wir das nicht. Allerdings ist das nur eine Randnotiz in seinem Funktionsumfang. Wichtiger noch ist seine Fähigkeit, die Füllstände zweier Flaschen grafisch darzustellen. Damit eignet er sich für Sidemount-Taucher perfekt, zumal er zusätzlich auch darauf aufmerksam macht, wenn man auf die jeweils andere Flasche wechseln sollte. Was die Bedienung angeht, so ist auch er ein »Klopfer«. Menüumfang, Ablesbarkeit und Menüführung gleichen dem Kaon 1:1. Hinzu kommt eine Kompass-Funktion. Neben der Druck-Überwachung von bis zu zehn Tauchflaschen kann er auch mit einem Positionssender kommunizieren, wodurch man ein Boot oder andere Taucher lokalisieren kann. Insgesamt ist der Lynx das perfekte Spielzeug für ambitionierte Sport- und technische Taucher – vor allem, wenn man mindestens einen Sender mitkauft.

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