Technik-TestsTauchcomputer im Attersee
Praxistest Unterwassergehäuse

Arbeitstier für Ambitionierte

Das Nauticam-Set gehört nicht zu den kleinsten und leichtesten, dafür aber zu den durchdachtesten , die wir seit langem testen durften.

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Eine Ansage muss vorweg gemacht werden: Den Größen- und Gewichtsvergleich mit einer Systemkamera verliert das hier vorgestellte Kamera-Gehäuse-Set ganz klar.

Daher richtet sich dieser Bericht auch eher an Canon-Fans, die nicht gleich ins kostspielige Canon-Vollformat einsteigen wollen. Werfen wir daher zuerst einen kurzen Blick auf die 7D Mark II. Sie positioniert sich an der Spitze der Canon-Crop-Kameras und das noch weit vor der Canon 70D. Rein optisch und haptisch macht das über 900 Gramm schwere, spritzwassergeschützte Magnesium-Gehäuse einen professionellen, hochwertigen Eindruck.

Das Handling

Beim Bedienkonzept findet man als Canon-Fotograf keine Unterschiede zum Vorgänger-Modell oder aber anderen semiprofessionellen Canon-DSLR-Serien. Kommen wir an dieser Stelle zum Nauticam-Gehäuse mit der Bezeichnung NA-7DMKII.

Es mag derzeit das ein oder andere günstigere Gehäuse geben. Wer allerdings einmal mit dem Nauticam-Modell gearbeitet hat, will nichts anderes mehr in die Hand nehmen.

So ging es zumindest uns nach den ersten 20 Testtauchgängen.

Aus Überzeugung

Überzeugt hat uns hier in erster Linie das Bedienkonzept. Alle Tasten sind ohne Umgreifen erreichbar. Selbst die Weißabgleich- und Autofokus-Tasten auf der Oberseite des Gehäuse sind ohne das Lösen der Hand vom Haltegriff zu bedienen. Ein weiterer Punkt in dieser Richtung ist der Tastenwiderstand. In erster Linie gilt das für den Auslöser: Die Druckempfindlichkeit fürs Vorauslösen und Auslösen ist hervorragend umgesetzt.

HP

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Grund zur Freude

Das zweite Lächeln zaubern dann die Blenden- und Zeitwahlräder hinter die Tauchermaske. Nicht zu groß, nicht zu klein und durch die Riffelung perfekt zu regeln, können sie intuitiv und wieder ohne großes Umfassen sogar zeitgleich bedient werden. Weiter geht es mit Wippschaltern, die für Start/Stop im Filmmodus, für die Bildbetrachtung und Einzoomfunktion sowie für ISO-Einstellung und Blitzintensität verwendet werden - einfach klasse! Eine Klasse für sich ist auch das Innenleben des Gehäuses. Filigrane Klaviertastenumsetzungen, mehrfache Zahnradumlenkungen - alles vom Feinsten. Allerdings steht dem die alte Weisheit gegenüber: "Wo viel ist, kann viel kaputt gehen". Bis jetzt scheint das Prinzip zumindest bei diesem Gehäuse nicht zu stimmen. Im Praxiseinsatz zeigte sich das Gehäuse übrigens je nach Port-Größe neutral bis negativ (mit Makro-Port).

Das Beste im Überblick

Kurz und knackig, die hervorhebenswerten Punkte: einfachstes Verschluss-System, das optional mit einem Vakuumsystem ergänzt werden kann, schnelle Port-Montage und -Wechsel ohne Drehen und Schrauben, Speicherkarten-Wechsel ohne Demontage der Kamera machbar, robustes und für die Größe relativ leichtes Aluminium-Gehäuse, alle Tasten mit Beschriftung. Auch was die optionale Aufrüstung angeht, bleibt kein Wunsch offen (aber: nicht günstig): Viewfinder verschiedenster Arten, ein Vakuumsystem, Synchron- statt lichtoptischem Blitzanschluss und eine extrem breite Objektivport-Palette.

Fazit: Wie auch die Kamera richtet sich das Nauticam-Gehäuse an ambitionierte Fotografen.

Uns hat das Gesamtpaket so überzeugt, dass wir tief in den Geldbeutel gegriffen und das Gesamtset für die Redaktion gekauft haben.

Technische Daten

Nauticam ND7D MII

Vertrieb: UW-Fotopartner

Web: www.uw-fotopartner.com

Preis in Euro: 3533,95 (ohne Port)

Material/Einsatztiefe: Alu/100 m

Blitzanschluss: optisch, optional S6 oder Nikonos-Buchse

Bedienumsetzung: alle Tasten

Leckwarner: ja, optisch, akustisch

Gewicht/Größe: 3 kg/35 x 19 x 12 cm

Lieferumfang: Handgriffe, Werkzeug

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