Scubapros neuer TauchcomputerInterview mit Rhys Couzyn
Technik

Neopren - Wir führen Sie durch den Anzugdschungel

Viele Hersteller, eine Menge Produkte - der vielfältige Stoff steht im Mittelpunkt unserer Juli-Ausgabe. Erfahren Sie hier etwas über die Entstehung des Neoprens und lernen Sie einige Fachbegriffe kennen

 

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Licht in die schwarze Welt des Neoprens: ein kurzer Überblick über Entstehung, Materialien und Begriffe zum Thema Neopren

Die Zwillinge Bob und Bill Meistrell werden Mitte der 50iger Jahre mit einer Erfindung reich. Ihre Firma Body Glove produziert als eine der ersten serienreife Anzüge aus Neopren. Jack O´Neill arbeitet zeitgleich an Modellen für Surfanzüge. Ein Amerikaner Namens Hugh Bradner erzeugt bereits in den 1930iger Jahren Neopren und fertigt daraus Anzüge. Bradner bleibt kommerziell erfolglos.

Es gibt für jede Sportart eigene Produktlinien: Segeln, Kayak, Wasserski, Triathlon, Surfen, Tauchen und viele mehr. Surfer brauchen Bewegungsfreiheit. Taucher benötigen Wärme. Flexibilität steht im Widerspruch zur Isolation.

Neoprenanzüge sind aus vielerlei Hinsicht High-End-Produkte. Die Vielfalt an Materialien, Schnitten, Optiken, Kaschierungen und ein großer Pool an Herstellern machen eine Beratung im Fachgeschäft notwendig.

„Die Käufer sollten sich vor dem Kauf fragen: Wo möchte ich vorzugsweise Tauchen und wie viel Geld möchte ich ausgeben?“, so Dani Herde, Verkäuferin des Kölner Fachgeschäfts BlueMarlin. Hier geht´s zu unserer Kaufberatung.

Je komplexer die Anzüge werden, je mehr Komfort sie bieten, desto tiefer muss man in die Tasche greifen. „Die Zusammensetzung des Neoprens oder der Materialien haben einen Einfluss auf den Preis“, sagt Mathis Kaufmann, Promotion Manager bei Mares.

Die Passform und der Tragekomfort seien die wichtigsten Argumente für die Kaufentscheidungen ihrer Kunden, so Dani Herde von BlueMarlin. Die Passform ist wichtig wegen des Wirkprinzips eines Neos: Das Wasser dringt in den Anzug. Durch die Körpertemperatur erwärmt sich zwischen Haut und Neopren ein feiner Wasserfilm. Er bleibt im Anzug, isoliert, wärmt.

Verglichen mit den Anzügen aus der Zeit der Meistrell-Brüder ist modernes Neopren deutlich flexibler. Die Produktionsmethoden wurden verfeinert. Das An- und Ausziehen ist entsprechend komfortabler.

Was ist Neopren und wie werden Neoprenanzüge hergestellt? Markenrechtlich ist der Name Neopren durch den US-amerikanischen Chemiekonzern DuPont geschützt. Öl, Chlor und andere fiese Chemikalien sind Hauptbestandteile bei der herkömmlichen Produktion. Der Trend bei der Neoprenherstellung geht schon seit einiger Zeit zu schonender Methoden und Materialien.

Hersteller wie Fourth Element, Xcel, Aqua Lung und Scubapro nutzen teils recycelte Ausgangsstoffe, wie Kunststoffe aus Geisterfischernetze oder Gummi aus alten Autoreifen als Alternativen. Bei der Wahl der Klebstoffe wird mittlerweile sehr darauf geachtet, möglichst lösungsmittelfreie Stoffe zu nutzen. Den „grünen“ Anzug gibt es leider dennoch nicht. Daher unser Tipp: den Neo schön lange nutzen, reparieren (lassen) und wenn er gar nicht mehr geht, kann man immer noch Getränkekühler daraus nähen.

 
Begriffe:

  • Neoprenstärken tragen wesentlich zur Isolation bei. Es gibt sie von 0,5mm - 8mm. Je dicker das Neopren, desto wärmer ist der Anzug. Er erzeugt mehr Auftrieb, folglich wird mehr Blei benötigt. Beim Abtauchen wird der Stoff zusammen gepreßt und verliert wiederum an Auftrieb.
  • Kaschierungen sind Stoffe, die als „Schutzschicht“ innen und außen auf das eigentliche Neopren geklebt werden.
  • Schnitte sind wichtige Unterscheidungsmerkmale. Viele Hersteller schneidern Zwischengrößen (Xcel, Scubapro, Camaro, Fourth Element, Waterproof, Aqua Lung, Mares, Bare). Mancher fertigt Maß- und Teilmaß (Camaro, Barakuda).
  • Nähte stellen potentielle Schwachstellen dar. Je weniger vorhanden sind, desto weniger können kaputt gehen. Ganz ohne geht´s natürlich nicht.
  • Reißverschlüsse, deren Konstruktion und deren Position sind entscheidend für den Wassereintritt.
  •  Manschetten kommen bei Neoprenanzügen aller Dicken vor. Sie bestehen aus Glatthautneopren und verhindern den Wasseraustritt.

 

Pflegetipps, einen vollständigen Überblick über den Markt, weit mehr Infos rund um den wärmenden Stoff Neopren und Neoprenanzüge bekommen Sie in unserer Juli-Ausgabe.

Erhältlich ab dem 19.06.2018

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