Scubapro Hydros Pro
Interview

»Unser Hydros überlebt jedes herkömmliche Jacket«

Rhys Couzyn , Entwickler des Hydros Pro Jackets von Scubapro zur Entstehung und Absicht hinter dem neuen Wingjacket. 

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Woher kam die Idee ein „Gummi“-Jacket zu bauen?

Die Idee entstand vor einigen Jahren als ich auf eine Tropeninsel meinen Tauchurlaub verbrachte. Nach einer Woche Tauchen hingen wir, wie üblich, einen Tag vor Abflug unsere Ausrüstung zum Trocknen auf, um dann alles zu verstauen. Als ich am nächsten Tag mein Jacket verstauen wollte, war ich überrascht, dass es noch immer klamm war. Die Außenhülle war trocken aber die gepolsterten Teile waren noch immer nass. Ich dachte mir, dass es doch eigentlich verrückt ist, das ein hochmodernes Jacket mehr aus 24 Stunden benötigt, um völlig zu trocknen.

Was passiert war, ist, dass wir als Hersteller, Jackets immer komfortabler und detailreicher gemacht haben, hier ein Polster, dort eine zusätzliche Schicht Faden und am Ende noch ein wenig Plüsch. Das hat sicherlich zu m mehr Tauchkomfort geführt, aber auch dazu, dass das Wasserproblem stieg, das Jacket voluminöser wurde und am Ende nicht nur komplexer in der Herstellung sondern manchmal eben auch weniger lange „haltbar“ wurde.

Der Groschen fiel dann, als ich meine Flossen ansah, die in nur wenigen Minuten völlig trocken waren. Damit kam mir die Idee: Warum ersetzen wir nicht alle Stoff- und Plüschteile durch ein weiches Polymer?


Warum kam niemand zuvor auf diese Idee?

Dafür mag es zwei Gründe geben. Der erste ist einfach, vielleicht waren wir einfach die Ersten, die sich überhaupt Gedanken darüber gemacht haben. Und diesen Aha-Effekt „Warum bin ich da nicht schon drauf gekommen?“ kennen wir alle. In allen Bereichen sind Ingenieure und Designer so fokussiert, Dinge besser zu machen. Allerdings geschieht das dann meisten in der Form, in der sie es schon immer machen. Es ist meist eine Optimierung, aber selten ein völlig neuer Ansatz. So kommen eben manchmal auch Ideen von Außen, von Personen, die eigentlich nichts mit diesem Gebiet zu tun haben. Und so war es beim Hydros auch. Ich war ursprünglich mit der Entwicklung von Flossen beschäftigt. Genau das gab mir diesen anderen Blickwinkel auf die Herstellung von Jackets. Der zweit Grund, warum eventuell kein anderer ein derartiges Jacket entwickelt hat, ist schlichtweg eine Kostenfrage. Die Entwicklung eines normalen Jackets ist schnell erledigt: Man entwirft ein Muster, schneidet die Stoffe zu und vernäht alles miteinander. Beim Hydros Pro war das völlig anders. Wir haben zig tausend Stunden damit zugebracht, das Jacket am CAD Detail für Detail zu designen. Da niemand zuvor etwas ähnliche entwickelt hatte, mussten wir bei Null beginnen. Dann kamen die unendlich vielen Prototypen. Und nicht zu vergessen, die Kosten für die Werkzeuge und Maschinen, um das Jacket dann auch in Serie produzieren zu können. Selbst wenn also jemand schon eine derartige Idee hatte, was wir bezweifeln, dann gab es eine gute Chance, dass am Ende genau die angesprochenen Punkte, dazu geführt haben, das Projekt wieder fallen zu lassen. Wir haben von der ersten Sekunde an, daran geglaubt und sind den steinigen Weg gegangen.

Ist das „Gummi“-Material genauso langlebig wie das Material herkömmlicher Jackets?

Vor allem die Monopren-Teile des Jackets sollten mindestens genauso lange halten, wie traditionelles Material. Vorweg muss man sich immer vor Augen halten, es gibt weder Nähte, noch wurden Teile miteinander verklebt, nichts kann ausfransen, reißen oder sich auflösen. Dann kommt der Punkt hinzu, dass das Material gegenüber UV-Strahlung, Chemikalien und Abrieb wesentlich resistenter ist, als alles, was bisher in Jackets zum Einsatz kam. Wir haben einige Tausend Tauchstunden mit den Jackets verbracht. Nach dem Abspülen und ein wenig Silikonspray-Einsatz sehen sie alle aus wie neu. Macht man das gleiche mit normalen Jackets, so sieht man ihnen ihr Alter deutlich an. Ein anderer Punkt für die Langlebigkeit des Hydros ist seine modulare Bauweise. Das gesamt Jacket wird von Edelstahl-Schrauben, -Steckern und -Haken zusammengehalten. Das führt dazu, dass jedes Teil des Jackets mit nur wenigen Handgriffen und einfachstem Werkzeug ersetzt werden kann. Das trifft selbst auf die Auftriebsblase zu, die in wenigen Minuten gewechselt werden kann. So hat man als Taucher sehr sehr lange Zeit etwas vom Hydros Pro – es überlebt jedes konventionelle Jacket bei weitem.

Wird es in Zukunft mehr Ausrüstungsteile in dieser Art geben?

Ein paar Geheimnisse müssen wir auch für uns behalten. Ich kann aber berichten, dass wir mit dem Hydros im Hinterkopf gerade einige Equipmentteile aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachten und sind uns sicher, dass wir in den kommenden Jahren für Staunen sorgen werden. Haben Sie schon mal etwas von einm schlauchlosen Atemregler gehört? 

Den Testbericht zum Jacket Hydros Pro gibt es in unterwasser Ausgabe 10/2017.

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Zur Person

Rhys Couzyn
Entwickler Hydro Pro Jacket von Scubapro

Rhys Couzyn ist hauptverantwortlicher Entwickler und Designer des Wingjackets Hydros Pro von Scupapro

Scubapro Hydros Pro

Ab sofort im Fachhandel für 720 Euro.  

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