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Kaufberatung

Augen auf beim Anzugkauf

Nassanzüge sind mittlerweile fast alle aus der gleichen Neoprenart, doch in Verarbeitung,  Tauch- und Handlingqualitäten gibt's große Unterschiede.

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Acht neue Anzugmodelle wurden von acht Personen mehr als ein dutzend mal getestet. Die geballten Erfahrungen haben wir in neun Punkten für Sie zusammen gefasst - und Sie können den nächsten Anzugkauf optimal vorbereitet angehen.

Was das verwendetete Material betrifft lässt sich vorausschicken: je weicher und flexibler das Neopren an der Oberfläche ist, umso weniger isoliert es in der Tiefe. Dem gegenüber steht dann allerdings wieder die Innenkaschierung, die in speziellen Fällen das verlorengegangene Isolationsvermögen des Neoprens ausgleicht, indem sie viele kleine Luftbläschen in ihrer Wabenstruktur festhält. Einen speziellen Tipp hinsichtlich der Neoprenart kann man nicht geben. Zumal mittlerweile die meisten Hersteller die gleiche Neoprenart verwenden und diese nur mit unterschiedlichen Kaschierungen versehen.

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Kriterium1: die Außenkaschierung

Lycra oder Nylon kommen heutzutage zum Einsatz, wenn es darum geht, dem Nasstauchanzug eine schützende Außenhülle zu verpassen.

Zwar wäre es durchaus möglich, auf diese Kaschierung zu verzichten, allerding sähe der Anzug nach kurzer Zeit aus wie ein Schweizer Käse – Neopren ohne Kaschierung ist anfällig. Je robuster und dicker die Außenkaschierung ist, die meist auf die Neoprenbahn geklebt wird, umso steifer und unflexibler wird der Anzug.

Um festzustellen, wie robust die Außenkaschierung ist, sollte man einfach ein Stück des Anzugs in die Hand nehmen und kräftig dehnen. Kommt das darunterliegende Neopren zum Vorschein, so muss davon ausgegangen werden, dass die Kaschierung zu dünn ist und den Anzug nicht allzu lang schützen wird.

Kriterium 2: die Innenkaschierung

Die Innenkaschierung erfüllt mehrere Zwecke. Sie schützt das Neopren, wärmt den Körper und sorgt für ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut.

Heutzutage ist das Material der Innenkaschierung eine Rubrik für sich. Es reicht von Frottee ähnlichen Stoffen bis hin zu Material, das aus Fasern gefertigt ist, die vorher Müll oder ein anderer organischer Stoff waren. Neben dem Grad der Wärme-Isolation und Flexibilität bestimmt die Innenkaschierung auch die Trocknungszeit des Anzugs. Einen generellen Tipp kann man hier nicht aussprechen.

Probieren Sie den Anzug an, dehnen und strecken Sie sich. Leider kann man die Kaschierung, die auch für das einfache An- und Ausziehen verantwortlich ist, nur im Praxiseinsatz wirklich gut beurteilen. Übrigens gibt es tatsächlich himmelweite Unterschiede, was Tragekomfort und Wärme-Isolation angehen – und das nur aufgrund der Innenkaschierung.

Probieren Sie daher so viele unterschiedliche Anzüge wie möglich.

Kriterium 3: Reißverschluss-Art und -Position

Je größer die Zähne sind, umso langlebiger ist der Zipper – diese Faustregel galt und gilt noch immer.

Im Bereich der Fünf-Millimeter-Nassanzüge werden nur in den seltensten Fällen gasdichte Reißverschlüsse verbaut. Bei den wenigen, wo es der Fall ist, kommen mehr und mehr Plastik-Zipper zum Einsatz. Diese sind extrem flexibel, tragen nur sehr flach auf und dichten perfekt. Mittlerweile haben die meisten Anzughersteller ihre Hausaufgaben gemacht und verbauen sehr gute Zipper, die nur einen minimalen Wasserdurchsatz haben und zudem in vielen Fällen durch einen perfekt dichtenden Untertritt oder einen Reißverschluss- Schutz den Wassereintritt nochmals minimieren.

Etwas mehr Einfluss auf das Wohlbefinden hat die Reißverschlussposition. Auf dem Rücken verbaut, kommt man selbst zwar schlecht hin, dafür stört der Zipper hier am wenigsten. Ein Frontzipper ist angenehm beim An- und Ausziehen, hat aber den Nachteil, dass er an den Stellen, wo das Jacket aufliegt, drücken und scheuern kann. Zudem ist der Wassereintritt, egal in welcher Menge, im Fall eines Frontzippers immer weitaus unangenehmer, als es bei einem Rückenzipper der Fall ist.

Unser Tipp geht daher zum Rückenzipper-Modell. Zumal man bei den meisten neuen Modellen, auch ohne große Anstrengung allein in den Anzug kommt und ihn selbst schließen kann.

Kriterium 4: Reißverschluss-Schutz und Untertritt

Er ist die eigentliche Geheimwaffe gegen eindringendes Wasser – der Untertritt.

Richtig konstruiert schließt die Stoffbahn, die eigentlich vor einem Einklemmen der Haut schützen soll, so dicht ab, dass nur kleinste Mengen Wasser sehr langsam in den Anzug durchsickern. Ist der Untertritt beispielsweise breit genug, besteht er aus Glatthautneopren und hat auf der gegenüberliegenden Bahn ein entsprechendes Pendant, so verkleben sich die beiden Bahnen regelrecht.

Zusätzlich statten manche Hersteller die Reißverschlüsse auch mit einem äußeren Schutz aus, sodass der Zipper von einer Stoffschicht fast völlig verdeckt wird. Allerdings kann es hier wie auch im Falle eines zu dicken Untertrittes dazu kommen, dass beide durch das aufliegende Jacket samt Tauchflasche unangenehm drücken.

Beim Anprobieren sollte daher auch mal ein Jacket samt Flasche angelegt werden.

Kriterium 5: Manschetten

Wenn der Fünf-Millimeter- Anzug nicht nur für tropische Einsätze herhalten soll, dann dürfen Wasserfallen wie Manschetten oder spezielle Bündchen an Armen und Beinen nicht fehlen.

Eingeschlagen minimieren sie den Wasserdurchsatz und sorgen für Wärme. Glatthautneopren-Manschetten ohne Kaschierung liegen besonders gut auf der Haut auf, sind dafür aber beim An- und Ausziehen nicht besonders komfortabel. Manschetten mit einer Kaschierung auf der Innenseite sind einfacher beim Anziehen zu handeln.

 

 

Kriterium 4: Reißverschluss-Schutz und Untertritt

Er sorgt für den engen Sitz des Anzugs am Hals und minimiert den Wasserdurchsatz – in der Theorie.

In der Praxis verhakt sich der Nackenklett und kratzt am Hals, wenn man ihn nicht exakt positioniert hat. Außerdem neigt er dazu, sich beim An- und Ausziehen auch gern mit der Innenkaschierung zu verzahnen und diese so zu aufzufusseln.

Kriterium 7: Arm- und Beinreißverschluss

Zusätzliche Zipper an Armen und Beinen haben Vor- und Nachteile.

Zum einen machen sie das An- und Ausziehen zwar deutlich leichter und schließen Handschuhe und Füßlinge nochmals ab. Zum anderen sind sie aber auch zusätzliche Quellen für Defekte. Da gerade an Armen und Beinen Reißverschlüsse mit meist sehr kleinen Zähnen verbaut werden, ist hier schnell mal ein Zahn ausgebrochen oder der Schlitten verhakt.

Zusätzliche Vorsicht ist geboten, wenn der Zipper eng an der Manschette entlang führt. Ein Verklemmen wird meist mit einem Riss in den empfindlichen Arm- und Beinmanschetten quittiert.

Kriterium 8: Schutzkaschierungen

Am Hinterteil, den Schultern, Ellenbogen und Knien sind meist zusätzliche Kaschierungen aufgebracht.

Hier gibt es mehrere Lösungsansätze seitens der Hersteller. Zum einen werden entweder Gummierungen vernäht, was die Anzüge an diesen Stellen zwar steifer werden lässt, sie jedoch optimal gegen Verschleiß und Abrieb schützt. Zum anderen werden dünne Kunststoffschichten verklebt oder aufgedampft, was die Flexibilität erhält, jedoch nach zig Tauchgängen auch deutlichere Gebrauchsspuren mit sich bringt.

Welche Art des Schutzes der beste für Sie ist, hängt von der Vielzahl der Einsätze und dem Einsatzgebiet Ihres Anzugs ab.

Kriterium 9: Nähte

Erst werden die Neoprenbahnen geklebt, dann vernäht und anschließend nochmals versiegelt.

Der letzte Schritt kann dabei unterschiedlich ausfallen. Bei manchen Herstellern erfolgt die Versiegelung nur an den Nahtschnittstellen (wo eine Naht auf die andere trifft). Wieder andere versiegeln die gesamte Naht. Eine weitere Methode ist es, die Naht nur von innen zu versiegeln. Nähte sind grundsätzlich potentielle Schwachstellen. Somit gilt: je mehr Nähte, umso mehr Schwachstellen.

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