Münchner TauchertagVideo der Woche –#8
Licancabur

In 6.000 Meter Höhe

Zwei Jahre dauerte die Vorbereitungszeit, nun ist es soweit. 15 Taucher machen sich auf den Weg, um in Chile einen der höchstgelegenen Bergseen der Welt zu betauchen. 

Anzeige

Sie wollen hoch hinaus. Das Ziel ist der Licancabur, ein erloschener Vulkan in Chile, der einen vielversprechenden Kratersee in sich birgt.

Das Team rund um Harald Hois und Gerald Kapfer, das aus 15 Tauchern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz besteht, ist am 12. Februar 2017 aufgebrochen, um sich der Herausforderung zu stellen, einen Tauchgang auf 6.000 Meter zu absolvieren.

Knapp zwei Jahre lang dauerte die Vorbereitungszeit, dazu gehörten ein Höhentrainingslager in Österreich (Rudolfshütte – auf rund 3.000 m) und in der Schweiz (Monte-Rosa-Gebiete auf über 4.100 m), Schneeschuhtraining im Allgäu (auf ca. 2.000 m), immer wieder Fitnesstrainings und Grundlagenausdauer – und das alles für einen Tauchgang von rund 20-30 Minuten.

Die Teilnehmer sind erfahrene Bergseetaucher, insbesondere Helidiver. Eigentlich war das Licancabur-Projekt als Helidiving-Projekt ausgelegt, wären da nicht die chilenischen Hubschrauberunternehmer einer nach dem anderen aufgrund des zu hohen Flugrisikos auf 6.000 Meter abgesprungen.

Doch die Helidiving-Initiatoren Harald Hois und Gerald Kapfer holten sich mit Andean Expeditions (Michael Dirninger) einen Spezialisten an Bord, der die Gruppe auf eine 11tägige Akklimatisierungstour ausgehend von La Paz in Richtung Titicacasee-See, Pico Austria (5.400 m) schickt, um sich dann weiter Richtung Laguna Verde dem Licancabur zu näheren.

Der Aufstieg und der Tauchgang sind je nach Wetterlage zwischen dem 22. und 24. Februar 2017 geplant.

Anzeige

Anzeige

Um Ausrüstung und Gewicht zu sparen, greift die Gruppe auf Kreislaufgeräte zurück. Jens Höner, Oberleutnant zur See und Kampfschwimmer, und sein erfahrener Kompagnon Klaus Diersch begleiten das Projekt. Jens fungiert als technischer Leiter und bildete die 15 Taucher auf CCR-Geräten in seinem Heimatsee, dem Taucherkessel Löbejün, aus – auch das war ein Teil der umfassenden Vorbereitung für das Unternehmen.

„Die technischen Herausforderungen im Projekt liegen unter anderem in einer gut geplanten Tauchlogistik (Anzahl und zeitliche abgestimmte Verwendung der Geräte; ökonomischer Einsatz von Blei-Gewichten und das alles bei äußerst fordernden Rahmenbedingungen“ so Jens Höner, technischer Leiter des Licancabur-Projekts.

Die Verwendung von Kreislaufgeräten gewährleistet längere Tauchzeiten pro Gerät im Vergleich zu den gängigen Pressluftgeräten. Der Plan ist, in 4er Teams zu tauchen, 5-6 CCR werden auf 6.000 m gebracht, somit ist auch technische Redundanz gewährleistet. Jedes 4er Team taucht rund 20 Min. – danach erfolgt der Wechsel aufs nächste Team.

Für die geplante Tauchhöhe von etwa 5.910 m, einem Umgebungsdruck der etwa bei einem Viertel des sonst üblichen Luftdrucks entspricht, liegen keine zuverlässigen, auf Erfahrung basierenden Tauchtabellen, Stickstoff-Sättigungswerte bzw. Messungen vor – mit dem Einsatz der Dräger bzw. Subamatex Tauchgeräte wird die Stickstoffsättigungsproblematik komplett ausgeschaltet.

Bereits die NASA tauchte bereits vor vielen Jahren im Licancabur-Kratersee und entnahm dort Wasserproben. Ähnliches plant das Licancabur-Team 2017: Es werden Wasserproben entnommen, um eventuell vorliegende Besonderheiten zu dokumentieren.

Anzeige