Eilat Red Sea Wettbewerb zieht um
Menschen

»Totales Freiheitsgefühl«

Torfrau Nadine Angerer ist ein Aushängeschild des deutschen Damen-Fußballs. Den Ausgleich zum Profisport findet sie beim Tauchen.

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Zwei Mal deutsche Meisterin, zwei Mal Weltmeisterin, fünf Mal Europameisterin, Europas Fußballerin des Jahres und Weltfußballerin des Jahres 2013 – Nadine Angerers Karriere ist lückenlos. So komplett ist die Erfolgsbilanz, dass sie dieses Jahr die Fußballschuhe an den Nagel hängte. Und nun mehr Zeit für ihr liebstes Hobby hat – den Tauchsport. unterwasser-Chefredakteur Lars Brinkmann sprach mit ihr über ihre beiden großen Leidenschaften.

 

Frau Angerer, Fußball, ein Mannschaftssport, und Tauchen, ein Hobby für Individualisten – wie geht das zusammen? Oder ist es gerade gut, dass es nicht zusammen geht?

Klar ist Fußball ein Mannschaftssport, aber Tauchen meiner Ansicht nach auch, da man immer seinen Buddy und die Gruppe im Blick haben muss. Gegenseitige Rücksichtnahme ist im Tauchsport genauso wichtig wie beim Fußball.

Bleibt denn einer Profi-Fußballerin überhaupt genug Zeit zum Tauchen?

Die Zeit nehme ich mir. Es ist absolut notwendig, und tauchen steht im totalen Kontrast zum Fußball. Beim Tauchen ist Ruhe und Gelassenheit oberstes Prinzip. Der Tauchsport ist deshalb so wichtig für mich, um meinem Körper völlige Ruhe und Entspannung zu geben. Eine Woche Tauchurlaub ist wie sechs Wochen »normaler« Urlaub. Ruhe und Schwerelosigkeit – das ist die Erholung, die ich vom Fußballalltag brauche.

Wann und wie sind Sie zum Tauchen gekommen?

Ich habe 2005 in Ägypten meine CMAS Tauchausbildung gemacht und war vom ersten Moment an völlig fasziniert, berauscht und begeistert, was mir der Tauchsport alles geben kann. Ich habe lange nach einem perfekten Ausgleichssport in meiner Profifußballzeit gesucht und ihn im Tauchen gefunden. Seitdem darf tauchen in keinem Urlaub fehlen.

Wo tauchen Sie heutzutage am liebsten?

Je nachdem wo der Urlaubsort ist. In der Vergangenheit war ich auf den Fidschi-Inseln, auf Hawaii, in Ägypten, Kapverden und an vielen weiteren Tauchzielen. Auch auf Fuerteventura – diese Insel ist nicht als Tauchmekka bekannt, aber ich genieße es sehr, dort zu tauchen.

Ihr schönstes Taucherlebnis?

Da gibt es viele. Zum Beispiel eine Begegnung mit Haien auf den Malediven. Das war sehr beeindruckend. Auch das Höhlentauchen auf den Kapverden. Ansonsten genieße ich aber jeden Tauchgang, ob mit Fischen, Haien oder Höhlen. Für mich zählen die Entspannung und die Ruhe.

Fehlt Ihnen beim Tauchen der Wettbewerbsgedanke?

Oder ist es gerade gut, einfach mal abschalten zu können? Mir fehlt gar kein Wettbewerb. Das wäre auch kontraproduktiv. Es geht um die völlige Entspannung und das Abschalten. Das Tauchen löst in mir ein totales Freiheitsgefühl aus.

Gibt es etwas, das Sie am Tauchen stört?

Da fällt mir spontan nichts ein. Außer die Übertreibungen mancher Tauchkollegen – dass die Fische immer größer waren, als sie tatsächlich sind (lacht).

Was halten Sie vom Apnoetauchen?

Finde ich sehr interessant und beeindruckend. Vielleicht probiere ich es in der Zukunft mal aus. Die Leistungen sind sehr beeindruckend.

Hand auf‘s Herz: Sind Sie eine reine Urlaubstaucherin oder haben Sie schon einmal einen deutschen Baggersee von unten kennengelernt?

Da mir bisher die Zeit an Wochenenden fehlte, ich diese aber bald haben werde, freue ich mich auch auf die Seen in Deutschland.

Haben Sie noch einen unerfüllten Traum in Bezug auf das Tauchen?

Ich möchte sehr gerne auf den Galapagos-Inseln tauchen. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

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