Sharm el Sheikh – Anreise
ZIELE

»Riffe haben sich erholt«

Werner Lau und die Sinai Divers betreiben im Herzen der Na’ama Bay eine gemeinsame Tauchbasis – nur drei Minuten vom Bootsanleger und nur einen Katzensprung von den Spitzen-Tauchplätzen Sharm el Sheikhs entfernt. 

 

 

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unterwasser hat mit Werner Lau (rechts) und Sinai Divers-Chef Rolf Schmidt gesprochen, der schon seit Jahrzehnten in Sachen Tauchen auf dem Sinai tätig ist. 

Herr Schmidt, Herr Lau, Hand aufs Herz: Warum sind Sie eigentlich immer noch in Sharm el Sheikh? Und haben Sie Ihre Entscheidung, dort nicht aufzugeben, jemals bereut?

Werner Lau: Rolf und seine Frau Petra leben dort, die Sinai Divers und Werner Lau haben in Sharm sehr viele Stammkunden, die zurückkommen, wenn die Flüge wieder vorhanden sind. Für eine abschließende Bewertung ist es jetzt noch zu früh. Fragt uns das nächstes Jahr wieder.

Krisenstimmung in Ägypten, Flaute im Tourismus, besonders auf dem Sinai. Wie sieht es aktuell aus – immer noch Tristesse, oder besteht Anlass zur Hoffnung?

Werner Lau: Klar besteht Hoffnung, sonst hätten wir nicht wieder eröffnet. Viel hängt jetzt an der Flugsituation. Bis jetzt lassen uns aber die großen Reiseveranstalter mit ihren Fliegern relativ im Regen stehen.

Haben Sie eigentlich Verständnis dafür, dass viele deutsche Taucher derzeit nicht nach Ägypten reisen möchten? Oder wünschen Sie sich da etwas mehr Mumm?

Werner Lau: Ich denke, das ist kein Thema mehr. Die Angststimmung, die vor einem Jahr noch verbreitet war, ist nicht mehr da.


Hat die Krise den Riffen vor Sharm eigentlich eine Atempause vor allzu großen Taucherscharen verschafft – war das, was heute zu wenig ist, in Boomzeiten vielleicht zuviel?

Rolf Schmidt: Das ist sicher richtig, dass einige der sehr populären Riffe in der Vergangenheit unter dem Druck der Taucherscharen gelitten haben. Diese Riffe haben sich nun in den letzten zwei, drei Jahren merklich erholt. Es gibt also auch Gewinner in der ansonsten so angeschlagenen Region.

Was hat sich vor Ort in Sachen touristischer Infrastruktur in den letzten Jahren verändert?

Rolf Schmidt: Es gab seit Beginn der Krise keine weiteren Entwicklungen von Seiten der Regierung, und natürlich haben sich auch private Investoren mit neuen Projekten zurückgehalten. Viele Bauvorhaben wurden dann erstmal eingefroren.

Und wie stellt sich die Situation eigentlich für die Einheimischen dar?

Rolf Schmidt: Die lokale Bevölkerung ist mit Abstand der größte Verlierer, und der Verlust von Arbeitsplätzen ist in ganz Ägypten gewaltig. Im Sinai allerdings seit dem Flugzeugabsturz noch dramatischer. Gerade unter den Beduinen herrscht echte Armut. Dazu kommt seit November 2016 noch die hundertprozentige Abwertung der ägyptischen Währung. Die Rückkehr der Touristen ist lebensnotwendig. Sie sind die einzige Einnahmequelle.

Was zeichnet für Sie das Tauchen rund um Sharm besonders aus?  

Werner Lau: Die Riffe in Sharm sind einfach toll, die Strasse von Tiran und das Ras Mohammed gehören zu den besten Tauchgebieten weltweit. Das ist schon richtig gutes Tauchen. Das wissen die Leute und kommen zurück.

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