Portrait

Tauchen mit Expeditionscharakter

Es waren Aussteigerträume, die Werner Lau auf die Malediven führten. Als ihm eine Tauchbasis angeboten wurde, sah er seine Chance gekommen und stieg ins Geschäft ein. 

Werner Lau
Tauch-Ikone

Im Zentrum der Philosophie von Werner Lau steht die Zufriedenheit seiner Kunden. Sämtliche Bemühungen gehen von den Bedürfnissen aus, welche die Gäste auf den Tauchbasen Werner Laus haben.

Als Werner Lau vor fast 30 Jahren seine Koffer packte, wollte er nur eins: Eine Auszeit von der Arbeit und dem Alltagsleben nehmen. Er hing seinen Job als selbständiger Wein-Händler an den Nagel und buchte sich einen Flug auf die Malediven.

Dort wollte er ein halbes Jahr als Tauchlehrer arbeiten und dann einfach weiterreisen. Gelandet ist Lau zunächst bei Lutz Hagemann auf der Insel Vabbinfaru, die heute Banyan Tree heißt. Bei Hagemann wurde damals das »bleifreie Tauchen« gepredigt, und so musste Lau als Tauchlehrer-Neuling bis zu sechs Mal am Tag ins Wasser – das Ganze natürlich ohne Blei um die Hüften. Auf Tauchausfahrten in unbekannte Gebiete lernte er auch die raue Seite der Malediven kennen, ihre heftigen Strömungen und wilden Strudel. Die Lehrjahre auf der Insel waren kein Zuckerschlecken. Aber der junge Tauchlehrer biss sich durch und blieb viel länger als erwartet, aus dem halben Jahr wurden eineinhalb Jahre und noch immer wollte er nicht weg. »Irgendwie hatte ich das Gefühl, etwas gefunden zu haben, nach dem ich mein ganzes Leben gesucht hatte«, benennt es Werner Lau heute.

 

 

In den 2000er Jahren muss sich Lau von seinen ersten Inseln Eriyadhoo und Vilamendhoo trennen. Ein Verlust, nicht nur geschäftlich. Zwölf Jahre ihres Lebens haben Werner und Lilly auf den beiden Inseln verbracht. Aber der Blick geht nach vorn, dafür erweitern sie die Firma in einer anderen Ecke der Welt. Lau soll als Exklusiv-Partner der Thomas-Cook-Gruppe zwei Tauchbasen am Roten Meer übernehmen. Und so weitet sich die Tauchbasenkette vom Indischen Ozean ans Rote Meer aus. Es dauert eine Weile, bis sie dort Fuß fassen. Aber bald ist das »Werner Lau Diving Center« nicht mehr aus Sharm el Sheik wegzudenken. Später kommt das Taucherhotel Oasis in Marsa Alam dazu, ein Gemeinschaftsprojekt mit Rolf Schmidt, dem Begründer der Sinai Divers in Sharm el Sheik.

Werner Lau Diving Centers

Weltweit verteilt gibt es zwölf Werner-Lau-Tauchbasen und mit der MY Sheena auf den Malediven auch ein Safariboot.

BALI: Siddhartha Ocean Front Resort & Spa, Alam Andi Ocean Front Resort & Spa, Pondok Sari Beach Resort & Spa, Matahari Beach Resort & Spa

Malediven: Bathala, Filitheyo, Medhufushi, Hondaafushi, Safariboot MY Sheena

Rotes Meer: Marsa Alam, Sharm el Sheik

Spanien: Fuerteventura, Kanaren

Griechenland: Zypern

Buchungsstelle Deutschland:
Tel. +49 40 692 105 38
buchung(at)wernerlau.com
www.wernerlau.com

Die eigene kleine Firma

Als er beim Reiseveranstalter DTM als Basisleiter auf Eriyadhoo einsteigen kann, sieht Lau seine Chance gekommen. Seine spätere Frau Lilly, die Lau im »Heimaturlaub« kennenlernt, folgt ihm auf die Malediven, und so steht dem Inselglück als Tauchbasis-Paar nichts mehr im Wege. Doch schon nach kurzer Zeit stehen die beiden vor einem Scherbenhaufen, als der Reiseveranstalter DTM pleite geht. Aber Lau hat Glück im Unglück: Er kann die Tauchbasis von Inselbesitzer Abdullah Ali übernehmen und auf Eriyadhoo bleiben. Mit dem Kauf der Tauchbasis im Jahr 1988 beginnt Werner Lau mit seiner eigenen kleinen Firma. Und er kann mit dem Inselbesitzer ein Konzept umsetzen, das später auf alle Malediven-Inseln von Werner Lau zutreffen wird: Zuerst wird die Tauchbasis gebaut und das Resort passt sich daran an. 

1994 geht es weiter, die »Werner Lau Diving Centers« erweitern sich um Vilamendhoo, später kommen die Inseln Filitheyo und Medhufushi dazu. Von Anfang an setzt Lau in seinen Tauchbasen auf hohe Qualität. So müssen neue Tauchguides auf den Malediven zuerst eine hausinterne Ausbildung hinter sich bringen, bevor sie mit den Gästen rausfahren. Das Prinzip hat sich bis heute bewährt.

Auf nach Bali

Im Jahr 2004 zieht es Lau unvermutet ans andere Ende der Welt. »Ein Tauchreiseveranstalter rief mich an und sagte, dass er zwei Basen in benachbarten Hotels auf Bali wüsste, die zu übernehmen wären«, erinnert sich Werner Lau. Eine reizvolle Idee. Lau sagt schließlich zu und nimmt einen alten Bekannten mit an Bord. Dieter »Düde« Merz hatte schon früher auf einer Lau-Basis auf den Malediven gearbeitet. Die beiden machen gemeinsame Sache und leiten die Tauchschulen im Pondok Sari und im Matahari Resort. Zwei Jahre später übernimmt Lau die Hotelanlage Alam Anda im Nordosten der Insel und erweitert sie. Es entsteht ein Vier-Sterne-Resort mit tropischem Garten und einem Hausriff direkt vor der Tür. Den wahrscheinlich größten Schritt machen die »Werner Lau Diving Centers« aber wahrscheinlich mit dem Siddhartha auf Bali.

Die Tauchbasen im Pondok Sari und Matahari bieten so bekannte Tauchplätze wie Secret Bay und Menjangan und haben das »Riffprojekt« vor der Haustür.

Zum ersten Mal planen und bauen sie ein eigenes Hotel von Grund auf. Zusammen mit einem Architekten kümmert sich vor allem Lilly um das spezielle Design des Resorts. Es entsteht ein Tauchresort der gehobenen Klasse, mit einem großzügigen Spa-Bereich und einem Hausriff vor dem terrassenförmigen Strand. Spätestens jetzt kommt man als Taucher auf Bali kaum mehr an den »Werner Lau Diving Centers« vorbei. Die vier Tauchbasen decken das ganze Spektrum der Insel ab: Die Tauchbasen im Pondok Sari und Matahari bieten so bekannte Tauchplätze wie Secret Bay und Menjangan und haben das »Riffprojekt« vor der Haustür. Ein besonders schönes Hausriff hat das Alam Anda zu bieten, und auch das Wrack der »Liberty« liegt in unmittelbarer Nähe. Das Siddhartha rundet das Programm mit den Tauchplätzen um Nusa Penida und der dortigen Manta-Station ab. Alle Resorts kann man miteinander kombinieren und von einer Tauchbasis zur nächsten reisen.

Wieder neue Wege

Im Jahr 2012 geht Lau wieder neue Wege. Er übernimmt die Tauchbasis im Aldiana-Club auf Fuerteventura, kurze Zeit später kommt die Basis im Aldiana auf Zypern dazu. Mit den Club-Hotels kommt er den Familien unter den Kunden entgegen. Hier können sie nicht nur tauchen, sondern auch andere Sachen unternehmen, auch die Kinder finden jede Menge Beschäftigung. »Wir wollten unser Programm abrunden und andere Gruppen ansprechen«, so Werner Lau. Die einen wollen es gemütlich, die anderen eher wild. Nicht jeder findet seinen Gefallen an Strömungstauchgängen auf den Malediven. Für Lau ist genau das noch immer die beste Art zu reisen. Einmal im Jahr gönnt sich der Tauchunternehmer selbst einen zweiwöchigen Urlaub auf seiner MY Sheena.

 

Aktuell ist Werner Lau mit seinem Team zweimal in Ägypten, viermal auf Bali, insgesamt sechsmal auf den Malediven, einmal auf Fuerteventura und einmal auf Zypern vertreten – teilweise mit eigenen Hotelananlagen. „Aus Freude am Tauchen“ ist das Motto für das Werner Lau persönlich mit seinem Namen steht.

Trotz der Expansion im Fernen Osten wird das Ursprungsland der Firma nicht vergessen. Auch auf den Malediven entstehen neue Werner-Lau-Basen. 2008 wird die Luxusinsel Kuda-Fundafaru eröffnet. Werner und Lilly sind damit auch im Norden der Malediven vertreten und haben ihr Angebot um eine gediegene Fünf-Sterne-Insel erweitert, auf der auch »Private Diving« angeboten wird. Mit der Eröffnung der Tauchbasis auf Bathala im Jahr 2011 kommt wieder eine klassische Taucherinsel ins Programm. Bathala ist ursprünglich und einfach, die Gäste gehen barfuß umher und tauchen entspannt im Hausriff ab. Auch im Safaribereich ist Werner Lau dabei. Seit 2007 kreuzt die MY Sheena durch die südlichen Atolle der Malediven bis in weitgehend unberührte Gebiete. Für Firmenchef Werner Lau ist diese Art von Urlaub immer noch die beste. »Das ist Tauchen mit Expeditionscharakter«, sagt er.