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»Vermutlich hilft es eine Menge, sehr dickköpfig zu sein«

Wie schafft man es, drei Jahrzehnte lang erfolgreich ein Hotel zu führen? Drei Fragen an Bill Acker. 

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Bill Acker (63) hat vor 30 Jahren den Grundstein zu einem weltweit bekannten Taucherhotel gelegt. Sein wahr gewordener Lebenstraum geht noch deutlich weiter: Der »Manta Man« hat den Tourismus in Yap überhaupt erst begründet und wurde für seine Pionierleistung in die »International Scuba Diving Hall of Fame« aufgenommen.

Von allen Orten auf der Welt – wie landet ein Texaner ausgerechnet in Yap?

Als junger Mann habe ich alles über Asien und die pazifischen Inseln verschlungen, ob es nun Fernseh-Dokus oder Jacques-Yves Cousteaus Unterwasser-Abenteuer waren. Nachdem ich mein Marketing-Studium abgeschlossen hatte, leitete ich ein Geschäft für Männer-Moden in Dallas, merkte aber schnell, dass das nichts für mich ist. Dann hörte ich vom Friedenscorps (Anm.: amerikanische Entwicklungshilfe-Gesellschaft) und bewarb mich. Eines Tages boten sie mir Jobs in Tonga und in Yap an. Ich wusste nichts über beide Orte, nur, dass es Inseln im Pazifik waren. Am Ende entschied ich mich nur für Yap, weil ich dort einen Fünfjahresplan zur wirtschaftlichen Entwicklung erstellen sollte. Was in meinen Augen besser für meinen Lebenslauf klang, als eine Fischerei-Kooperative auf Tonga zu leiten (lacht). Also wurde es Yap.

Wie wurde Ihnen bewusst, dass Yap ein besonderes Tauchgebiet ist?

Mein Mentor war Paul Tzimoulis, seinerzeit nicht nur Mitglied der Scuba Diving Hall of Fame, sondern auch Herausgeber des amerikanischen Tauchmagazins »Skin Diver«, das Mitte der 1980er das größte seiner Art weltweit war. Seine Frau und er kamen nach Yap und wohnten bei mir, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir kamen nicht ins Wasser. Ein Unfall am letzten Tag machte es notwendig, dass sie etwas länger blieben, also fragte ich Paul, ob er Lust habe, mit Mantas zu tauchen. Er meinte, dass so etwas nicht möglich sei und ich dachte, dass er sich nur Sorgen um seine Frau machen würde. Zum Glück konnte ich ihn davon überzeugen zumindest einen Tauchgang in Yap zu machen. Ich brachte ihn zu den Mantas im Mi‘l Channel – und das nur, weil es der nächstgelegene Tauchplatz von meinem Haus aus war. Am Ende waren wir eine Stunde lang mit vier Mantas im Wasser, die zum Greifen nah herankamen und Paul sagte mir, dass wir da etwas weltweit ziemlich Einmaliges entdeckt haben.

Seit drei Jahrzehnten führen Sie das Taucherhotel als Eigentümer. Gibt es ein Rezept für Beständigkeit angesichts so vieler Trend-Reiseziele, die über die Jahre auftauchen und wieder verschwinden?

Vermutlich hilft es eine Menge, sehr dickköpfig zu sein. Ich hab immer nach dem Motto »Angriff ist die beste Verteidigung« gelebt und das hat mir einfach dabei geholfen, mich auf die Stärken von mir und meinem Team zu konzentrieren und zu vergessen, was drumherum passiert. Ich habe keine Kontrolle darüber, was andere machen, also konzentriere ich mich darauf was wir können und das tun wir so gut wie nur möglich. Es hilft natürlich, dass ich das liebe was ich mache. Ich liebe die Menschen in Yap, ich liebe mein Team und genauso liebe ich es, neue Leute kennenzulernen und ihnen meine Welt zu zeigen. Tauchen in Yap ist für mich nie langweilig geworden. 

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