ReefcalendarApnoe & Wüste

Tauchunfälle

Bei Tauchunfällen ist eine schnelle und kompetente  Reaktion gefragt. Ärzte müssen einen kühlen Kopf bewahren, gerade wenn sie als Erste am Einsatzort eintreffen.

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Zum Glück geschehen Tauchunfälle verhältnismäßig selten. Geht etwas schief, muss schnell gehandelt werden.

Ein Taucher schleppt sich aus dem See. Ächzt. Seine Ausrüstung drückt ihn auf den Boden. Er krabbelt auf allen Vieren. Seinem Partner geht es noch schlechter. Er schwimmt etwa fünfzig Meter vom Ufer entfernt an der Wasseroberfläche. Er hustet heftig. Krümmt sich vor Schmerzen. Mit letzter Kraft bläst er seine Tarierweste auf, stellt lebensrettenden Auftrieb her.

Ein Tauchunfall?

Glücklich: zwei Tauchärzte, zufällig vor Ort, übernehmen die medizinische Versorgung. Sie befreien beide Taucher von ihren Ausrüstungen und schleppen sie an Land. Sofort setzen sie einen Notruf ab. Am Ufer überprüfen sie den Zustand der Verunfallten gründlich auf neurologische Symptome. Schnell stellen sie fest, zusätzliche Hilfe ist dringend notwendig. Während einer der Ärzte die Patienten erstversorgt, ruft der andere eine tauchspezifische Unfallhotline an. Dort werden sie bei ihrem weiteren Vorgehen unterstützt. Die lebensrettenden Sofortmaßnahmen sind in vollem Gange - das Training lebensecht.

Geistesgegenwart und Handlungskompetenz wurden vergangenen Freitag geschult. Das HBO-Zentrum Euregio Aachen stellte zusammen mit acht Partnern einen einzigartigen Rettungsevent auf die Beine. Die praxisnahe Fortbildung für Ärzte vermittelte auf der Tauchbasis BlueMarlin am Fühlinger See in Köln das richtige Verhalten bei Tauchunfällen. 16 Ärzte bildeten sich weiter. Am Ende der achttägigen Fortbildung steht ihr Taucherarzt-Diplom (IIa) nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM). Während sechs Szenarios spürten die Teilnehmer, was es bedeutet, in einer Wassernotfallsituation zu helfen:

 

  1. Das technische Hilfswerk Aachen (THW) stellte ein Schlauchboot. THW-Mitarbeiter zeigten unter der Leitung von Heinz Vonderstein und Wolfgang Friebe die richtigen Handgriffe beim Bergen.
  2. Die Taucherstaffel der Berufsfeuerwehr Köln demonstrierte Leinenkommunikation und das Tauchen von Suchmuster. Taucheinsatzführer Jürgen Rennefeld leitet den Einatz.
  3. Auf einem Sonarboot der Freiwilligen Feuerwehr Fühlingen,  konnten „vermisste Taucher“ unter Wasser geortet werden. Adrian Aragione erklärte wie die Suche auf dem Wasser umgesetzt wird.
  4. Ein Team aus Ärzten des Krankenhauses Düren (Prof. Dr. Stefan Schröder) und des HBO-Zentrums Euregio (Dr. Maren Schramm und Ute Rochanski) schulte Atemwegsmanagement in der Enge eines Hochwasserbootes.
  5. Der Tauchsportverband Nordrheinwestfalen stellte modernste Sauerstoffsysteme vor. Referent Dr. Karl Heinz Schmitz (Facharzt für innere Medizin) brachte den Einsatz von normobaren Sauerstoff näher.
  6. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes Rhein-Sieg übte die Erstversorgung am Wasser mit anschließender Kontaktaufnahme zur Taucherhotline Aqua med. Referent der Wasserwacht war Heiner Kolf. Aqua med wurde durch Dr. Vera Wittenberg vertreten. Dr. Wittenberg hielt im Vorfeld der Veranstaltung einen Vortrag zur Tauchunfallversicherung Aqua med und derem Sicherheitsmanagement.

 

Neben einer lehrreichen Weiterbildung für Ärzte, kann eine solche Veranstaltung positiv zur Vernetzung der Rettungsorganisationen beitragen.

Ein Video folgt in Kürze.

hbo-aachen.de

www.gtuem.org

 

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