Auf zur Robinson Crusoe Insel (Okt. '20)
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St. Helena Leserreise - Ein Reisebericht

St. Helena - Eine Reise mitten in den Süd-Atlantik

Text & Fotos: Gabi & Roland Maringer

Gabi & Roland waren im Februar 2020 die Tour Guides auf unserer Leser-Reise nach Saint Helena. Hier berichten sie ihre spannenden Erlebnisse.

Die Unterwasser Leserreise startet am 15.2.2020 in Johannesburg, Südafrika.

Da Saint Helena auf halbem Weg zwischen Angola und Brasilien mitten im Südatlantik liegt und erst seit Herbst 2017 einen inseleigenen Flughafen hat, ist die Insel bislang touristisch nur wenig erschlossen. Es gibt also keinen Massentourismus und daher auch nur einmal wöchentlich eine Flugverbindung von Johannesburg mit der South African Airlines.

Um unliebsamen Überraschungen wie Flugverspätungen oder Gepäckverzögerungen zu entgehen, empfiehlt es sich ein oder zwei Übernachtungen in Johannesburg als Sicherheitspuffer einzulegen. Um 13:00 landen wir auf dem britischen Überseegebiet und werden pünktlich von Craig und Keith Yon den Eigentümern der Tauchbasis Saint Helena Divers abgeholt. Vom Flughafen fahren wir mit dem Kleinbus auf den unglaublich engen und kurvigen Straßen zur Hauptstadt der Insel nach Jamestown.

Über 500 Jahre war Jamestown nur vom Meer aus erreichbar, daher liegt diese Stadt wie ein Felsennest in der Bucht umgeben von steilen Klippen. Der erste Anblick war für uns daher atemberaubend und jede Haarnadelkurve bringt uns näher in diese entschleunigende Hauptstadt, wo jeder jeden grüßt und die Uhren noch ein wenig anders gehen.

Nur ein Katzensprung zur Tauchbasis

Nach einem leckeren Abendessen in der zur Tauchbasis gehörenden Divers Lodge Blue Lantern und einem ausführlichen Briefing, sind wir todmüde in unsere Betten gefallen. Nur zehn Minuten zu Fuß ist der Hafen und damit die Tauchbasis entfernt. Ausrüstung kann man sich hier problemlos ausborgen und zwei Tauchboote stehen uns für die Twin Tank Dives am Vormittag zur Verfügung.

Saint Helena ist ein Tauchgebiet mit unglaublicher Vielfalt. Aufgrund des vulkanischen Ursprungs dominieren hier Felsen, Steilwände, Höhlen und glasklares Wasser.

Fischreichtum

Etliche endemische Fischarten bevölkern die Gewässer rund um Saint Helena und ein ständiger Begleiter ist der Saint Helena Butterflyfish, diese weißgelben Falterfische umhüllen wie ein Schutzwall die Unterwasserwelt dieser Insel. In den Felsspalten befinden sich Langusten, Drachenköpfe, Muränen und Eidechsenfische. Endemisch sind auch die hellroten St. Helena -Soldatenfische, die oft in den Höhlen zu finden sind. Korallen gibt es hier keine, dafür finden wir auf unseren Erkundungstauchgängen Mobulas, Thunfische, Schildkröten und Walhaie.

Von Ende Dezember bis Anfang April sind Walhaibegegnungen geradezu garantiert. Anders als in anderen Destinationen werden Walhaie hier nicht angefüttert, die Begegnungen sind vollkommen natürlich und Saint Helena ist die wichtigste Paarungsdestination für diese großen und friedlichen Haie (somit ein ausgedehnter Valentinstag für die Walhaipaare).

In der Leserreise-Woche und der Anschlusswoche hatten wir in Summe vier Walhaiausfahrten. Craig und Keith waren stets bemüht uns optimale Ausfahrts- und Schnorchelmöglichkeiten zu bieten. Meist sind die Walhaiausfahrten nachmittags und man fährt mit dem Boot solange bis man einen kooperativen Walhai entdeckt, dann gehen maximal acht Schnorchler ins Wasser, fotografieren ist erlaubt, allerdings ohne Blitz. Es ist großartig diese wunderschönen und eleganten Haie ganz nah zu sehen. Oft war es schwierig den Mindestabstand von drei Meter einzuhalten, da die Tiere keine Regeln kennen und oft neugierig näherkommen. Das Walhai-Schnorcheln zählt sicher zu den großen Highlights auf einer Reise nach Saint Helena und ist auch für weitgereiste Taucher einzigartig!

Wracktauchen um Saint Helena

Ein weiteres Highlight sind die Wracks rund um Saint Helena. Da die Insel mitten im Südatlantik in den letzten Jahrhunderten oft Stützpunkt für Schiffe unterschiedlicher Nationen war, findet man hier einige schöne Wracks, die das Taucherherz höherschlagen lassen. Großer Beliebtheit hat sich die Darkdale erfreut, ein Hilfsflottentanker der Royal Navy, der leider am 22.10.1941 von vier Torpedos eines deutschen U-Bootes getroffen wurde und daraufhin direkt vor Jamestown sank. Da das Wrack auf 40 Meter liegt, macht man hier keinen langen Tauchgang, allerdings ist die Schönheit des Wracks einzigartig, vor allem dann, wenn uns beim Abtauchen ein Walhai begleitet und elegant entlang schwimmt um uns das Wrack zu zeigen!

Das spannende Aktivitätenprogramm unserer Unterwasser-Leserreise beinhaltet aber nicht nur Tauchhighlights, sondern Waterworld hat auch ein tolles Oberwasserprogramm zusammengestellt.

St. Helena von oben

Die Divers Lodge "Blue Lantern"

Der Saint Helena Butterflyfish

Tauchen mit Walhaien

Wracktauchen auf Saint Helena

Geschichte von Saint Helena

Saint Helena war aufgrund ihrer Abgeschiedenheit bis ins 15. Jahrhundert unbewohnt, erst am 21.5.1502 landeten hier die Portugiesen und 150 Jahre später nahm die britische Ostindien Kompanie die Insel in Besitz, errichtete das Fort Jamestown und baute große Farmen auf.

Der berühmteste Bewohner

Der berühmteste Einwohner dieser Insel, hatte zwar ursprünglich keine Freude hier anzukommen, blieb aber dennoch sechs Jahre und fand seine letzte Ruhestätte hier: Napoleon Bonaparte wurde nach einer 72 Tage dauernden Schiffsfahrt von den Siegermächten auf diese britische Insel verbannt, um diese nie mehr lebend zu verlassen. Am 9.Mai 1821 wurde er hier bestattet, um dann 1840 wieder nach Frankreich zurückgebracht zu werden und im Pariser Invalidendom begraben zu bleiben.

Saint Helena hat dieser Besuch nachhaltig geprägt und ist als des Kaisers letzter Insel in die Geschichtsbücher eingegangen.

Unsere Gruppe hat eine Tour zum Longwood House (dem zu einem Museum umgestalteten Wohnhaus von Napoleon Bonaparte) und seinem Grabmal gemacht.

Der älteste Bewohner

Ein Besuch beim ältesten Bewohner dieser Insel steht natürlich auch auf dem Programm: es handelt sich hier um die 185 Jahre alte Aldabra Riesenschildkröte Namens Jonathan.

Er lebt mit seinen Freunden beim Plantation House, dem Sitz des Gouverneurs von Saint Helena.

Beliebtes Wanderziel

Saint Helena ist allerdings auch eine beliebte Wanderdestination, es gibt 21 „ postbox“ Walks, die den Wanderer rund um die Insel von der vulkanisch dramatischen Landschaft einer Sandy Bay mit dem natürlichen Badebecken des Lot´s Wife`s Ponds zum höchsten Punkt der Insel des 823 Meter hohen Gipfel des Diana`s Peak führen.

Beim Endpunkt dieser Touren befindet sich eine Box mit Stempel, damit man diese auch in seinem persönlichen Wander-Log-Buch dokumentieren kann.

Unsere Highlights

Unserer Gruppe haben besonders die Touren zum Lot`s Wife`s Ponds, dem Lemon Valley und zum Diana`s Peak gefallen.

Trotz eines sehr ausgefüllten Tagesprogramms, haben wir in klaren Nächten das High Knoll Fort aufgesucht um den einzigartigen Sternenhimmel zu bewundern.

Am 29.2. war es dann soweit, wir mussten schweren Herzens unser Galapagos des Südatlantiks verlassen und wieder über Johannesburg in die Heimat zurück. Wir waren uns alle einig: wir hätten weiter in der „Verbannung“ bleiben wollen!

Stimmen der Reisegruppe

Petra und Claus:

Wir wurden durch den Artikel in der Dezember Ausgabe des Unterwassermagazins auf die von Waterworld durchgeführte Leserreise nach Saint Helena aufmerksam. Wir sind froh, dass wir die optionale Verlängerungswoche dazugebucht haben, da die Kombination aus Landtouren und Tauchgängen die vielfältige Schönheit der abgelegenen Insel im Südatlantik zeigt. Unsere Highlights unter Wasser waren das Walhai-Schnorcheln und die historischen Wracks vor der Insel ( vor allem die Darkdale). Von den Ausflugsangeboten hat uns am Besten das Longwood House, Napoleons Anwesen und liebevoll gestaltetes Museum, gefallen und die Destillerie von Saint Helena, wo der leckere White Lion Rum und berühmte Kaffeelikör Midnight Mist hergestellt wird.

Brigitte und Thomas:

Saint Helena ist ein Tauchgebiet mit außergewöhnlichen Besonderheiten, für uns waren die endemischen weiß-gelben Saint Helena Falterfische, die in Trillionen die Insel umgeben, einzigartig. Man findet auch selten so eine abwechslungsreiche Unterwasserszenerie aus Grotten, Höhlen und Steilwänden.

Da uns auch das wanderbare Saint Helena gelockt hat, haben wir uns in der zweiten Woche ein Mietauto genommen und sind einige Postbox-Walks gegangen. Uns hat davon am besten Dianas Peak und die Wanderung zum Lot`s Wife`s Ponds gefallen.

Winfried:

Für mich ist Saint Helena ein Reiseziel abseits vom Massentourismus, eine Tauchdestination, die durch glasklares Wasser und einzigartige Walhaibegegnungen besticht.

Den typischen „Sonne und Strand Tourismus“ gibt es hier nicht, dafür findet man hier eine warmherzige Gastfreundschaft und eine tolle auf jeden Bedarf abgestimmte Betreuung durch die Tauchbasis Saint Helena Divers.

 Alles zusammen beim Abendessen