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»Der Insider - Ein Mann wird vom Wal verschluckt ... «

Rainer Schimpf wurde vom Wal verschluckt, ausgespuckt und nicht verletzt. Was er zu erzählen hat ... 

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Vom Wal verschluckt ...

… wurde vor wenigen Wochen Rainer Schimpf während der Dokumentation des Sardine Runs vor Südafrika. Rainer, selbst erfahrener Tourenführer und seit Jahren mit seiner Firma Expert Tours vor der Küste Südafrikas tauchend und schorchelnd mit Gästen unterwegs, kam bei diesem erstmals dokumentierten Ereignis nicht zu Schaden. Ein Bryde-Wal tauchte aus der Tiefe auf einen Sardinenschwarm zu, in dem Schimpf eingehüllt Filmund Fotoaufnahmen machte, und verschluckte ihn bis zur Hüfte. 

»Ich schnorchelte an der Oberfläche und filmte die Sardinen und ihre Prädatoren, Haie und Delfine, die durch den Baitball jagten. Plötzlich wurde die ganze Welt um mich herum dunkel und ich fühlte enormen Druck um meine Taille, in dem Bereich, in dem sich mein Bleigurt befand, und ich wusste sofort was passiert war: Ein Bryde-Wal hatte mich versehentlich, zusammen mit seiner Tagesmahlzeit, ins Maul genommen. Beruhigend für mich war mein Wissen darüber, dass der Wal aufgrund seiner Anatomie nicht imstande ist, mich vollständig zu verschlucken. Intuitiv klickte es, und meine Erfahrung sagte mir: Luft anhalten! Ich dachte, dass der Wal instinktiv abtauchen würde, bevor er mich irgendwo in den Tiefen des Indischen Ozeans ausspucken würde. Ich fühlte, wie sich ein Druck um meine Taille herum aufbaute; etwas hielt mich fest. Tatsächlich war es der Moment, in dem der Wal sein Maul schloss und seinen Fehler erkannte. Ich steckte fest, zwischen Oberkiefer und Barte sowie der Unterlippe. Als der Wal sich dann zur Seite drehte, seinen Mund leicht öffnete, um mich wieder loszulassen, wurde ich mit dem eingefangenen Wasser, welches sich tonnenschwer anfühlte, aus seinem Maul gespült, während der Wal selbst alle Fische in seinem Schlund schluckte«, schildert Schimpf diesen Moment.

Jetzt wird es sicher Kritiker geben, die derlei Tauchausflüge kritisch sehen und sich durch diesen Vorfall bestätigt sehen. Wie begegnet man derlei Kritik? »Wichtig ist, dass man alle Fakten kennt und sich auch alle Argumente beider Seiten anhört. In Südafrika sind die Aktivitäten im Meer von verschieden Behörden geregelt, und man benötigt Spezialgenehmigungen, unter denen wir als »Expert-Tours« und ich als Rainer Schimpf schon seit Jahrzehnten arbeiten. Um genau zu berichten, haben wir eine Wal-Beobachtungsgenehmigung, die erlaubt, bis 50 Meter an die Wale heranzufahren. Um ihnen nicht zu schaden, mussten wir Marine Tourguide-Kurse und separate Bootsführer-Qualifikationen ablegen. Heißt in unserem speziellen Fall: Als ich im Wasser war, um den Baitball zu filmen und zu fotografieren, arbeitete ich mit Film- und Foto-Sondergenehmigungen. Darüber hinaus haben wir ein explizites und detailliertes Briefing, das unter anderem vorschreibt, dass wir nicht im, nicht über und nicht näher als vier Meter an einem Baitball schnorcheln oder tauchen. Diese zusätzlichen Punkte haben wir initiiert, um auf Nummer sicher zu gehen – zum Schutz der Tiere und für den Unfallschutz.«

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Rainer Schimpf ist Mitinhaber von Expert Tours, einem Reiseunternehmen, das sich auf das Tauchen vor der Südafrikanischen Küste spezialisiert hat. www.expert-tours.de

 

 

 

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