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Alles über No-Limits Freediving

(Text: Nik Linder - Apnoe Ausbilder)

Die Disziplin, die Apnoe vor vielen Jahren im Spielfilmformat berühmt machte, wird es so nicht mehr geben.

Über den aktuellen Rekordversuch von Andreas Pap berichten wir hier: zum Artikel.

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  1. Die schwersten Unfälle im Apnoe "No-Limits"
  2. Was macht "No-Limits" so gefährlich?

It‘s much better down there. It‘s a better place.« Wer erinnert sich nicht an die Worte, die Enzo seinem Filmpartner Jacques zuflüstert – eine der stärksten Szenen des Films »Im Rausch der Tiefe«.

Das Apnoetauchen wurde durch diesen Film einem großen Publikum bekannt gemacht, das von da an davon ausging, dass Apnoetaucher mit einem Schlitten in die Tiefe des Meeres rauschen und mithilfe eines Hebesacks wieder an die Wasseroberfläche kommen. Meistens jedenfalls.

Woher kommt der Name "No-Limits"?

Es gibt dabei keine Einschränkungen, was das Gewicht des Schlittens oder die Art anbelangt, mit welchem Hilfsmittel der Taucher wieder die Oberfläche erreicht. Daher auch der Name »No Limits«.

Ein falsches Bild vom Apnoe-Tauchen

Der Film hat es einem Apnoeausbilder früher nicht immer einfach gemacht. Man wurde zwangsläufig mit diesen Gladiatoren verglichen. Erst in den letzten zehn Jahren haben andere Athleten wie Guillaume Nery und Fred Buyle mit ihren Filmen dafür gesorgt, dass nun ein realistischeres Bild in den Köpfen der Menschen vorherrscht.

Das eigentliche Apnoetauchen hat mit der No Limits-Disziplin wenig gemeinsam. Es geht heute mehr um das Naturerlebnis, Einssein mit dem Ozean.

Zeigen wozu der Mensch fähig ist

Trotzdem war die Disziplin »No Limits« immer mit dem Verband zur Förderung des Apnoesports (AIDA Intenational) verbunden. Hier haben die Pioniere und Idole dieses Sports gewirkt und allen Zweiflern gezeigt, wozu der Mensch fähig ist. Jacques Mayol, Enzo Majorca und viele andere nach ihnen sind in Tiefen getaucht, die von Medizinern damals als unrealistisch und tödlich angesehen wurden.

AIDA streicht die gefährlichste Apnoe-Disziplin

Vermutlich wussten die beiden nicht, dass es unmöglich ist und haben deshalb überlebt. Letztes Jahr hat AIDA International die viel diskutierte Sportart aus der Rekordwertung genommen.

Wettkämpfe gab es entgegen des Films »Im Rausch der Tiefe« ohnehin nie. Aber Wettstreite wie die zwischen Pippin Ferreras und Umberto Pelizzari, die originell in dem Spielfilm »Ocean Men« dargestellt wurden. Doch die Gefährlichkeit und das Image, das durch diese Disziplin übertragen wurde, entspricht nicht mehr dem Image, das der Sport heute laut AIDA International haben sollte.

Natürlich sterben die meisten Apnoetaucher nicht in der Disziplin No Limits, sondern weil sie allein trainieren. Trotzdem sind Unfälle hier nicht selten, und Todesfälle geschehen leider ebenfalls. Es ist zweifellos die gefährlichste Apnoe-Disziplin.

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Die schwersten Unfälle im Apnoe "No-Limits"

Benjamin Franz – 2002 Schlaganfall in Ägypten – Trainingstauchgang
Loic Leferme – 2007 in Frankreich beim Training gestorben – technische Probleme
Adel Abu Haliqa – 2011 – bei einem Trainingstauchgang in Griechenland nicht mehr aufgetaucht
Herbert Nitsch – 2012 Weltrekordversuch in Griechenland – mehrere Schlaganfälle

Was macht "no-limits" so gefährlich?

Die Taucher befinden sich in großen Tiefen. Dort gibt es Probleme, die man bei normalen Tauchgängen eher selten erlebt:

1. Tiefenrausch

Die Stickstoffnarkose gibt es auch beim Apnoetauchen, wie im Film Narcose von Julie Gautier und Guillaume Nery dargestellt. Sie kann beim Apnoetauchen bereits in Tiefen von 50 Meter auftreten, in größeren Tiefen spielt sie eine noch größere Rolle. Vermutlich ist der Tiefenrausch ein Grund für Taucher, die sich in der Tiefe vom Tauchschlitten gelöst haben und verschwunden sind.

2. Dekompressionkrankheit

In größeren Tiefen kann sich auch der Apnoetaucher mit Stickstoff belasten. Durch die schnelle Aufstiegsgeschwindigkeit perlt dieser aus und ist für Schlaganfälle etc. verantwortlich.

3. Technische Probleme

Ein Schlitten muss in großen Meerestiefen reibungslos und verlässlich funktionieren. Ein Hebesack muss sich aufblasen, eine Bremse funktionieren und auch wieder gelöst werden. Im Falle eines Gegengewichtsystems muss die Distanz zum Auftauchenden richtig eingeschätzt werden, so dass der auftauchende Taucher nicht dagegen stößt. Auch das Seil darf sich auf keinen Fall verheddern.

Insbesondere die große Tiefe kann jedes kleine Problem zu einer tödlichen Gefahr machen, weil man nicht schnell an die Wasseroberberfläche zurückkehren kann, bzw. aufgrund der Tiefe die falschen Entscheidungen trifft.