| Online-Tagebuch "Auf der Spur der sanften Riesen" |
Walhai-Expedition - 19/02/2012
Wir warteten seit ungefähr einer Stunde auf ein Funksignal des Ultraleicht-Flugzeuges, das uns das Signal "Walhai" zuzischeln sollte. Stattdessen erhielt Expeditionsleiter Volker Bassen einen Anruf von einem Fischerboot in der Nähe - sie hatten einen Walhai entdeckt.
Wir brauchten etwa eine Viertelstunde, um die Stelle zu erreichen, mit einer Geschwindigkeit von 35 Knoten, eine Erfahrung, die man sich nicht entgehen lassen sollte! Doch als wir das Fischerboot erreichten, war der Walhai abgetaucht. Volker kontaktete das Flugzeug, um bei der Suche Hilfe aus der Luft zu bekommen, doch als er das Funkgerät gerade weglegte, entfuhr ihm schon der Ruf: "Walhai voraus!".
Was für ein wunderbarer Anblick! Einer der größten Walhaie, der jemals an der Küste Kenias gesichtet wurde, erschien wie aus dem Nichts und hielt direkt auf das Boot zu. Um das Boot herum schwirrten eine Menge Sardinen, die den Walhai magisch anzuziehen schienen. In Rekordzeit legten wir Masken und Schnorchel an und sprangen über Bord, während der Walhai sich entschieden hatte, in der Nähe des Bootes zu bleiben - vielleicht, um diese seltsamen Kreaturen etwas eingehender zu betrachten. Fast 15 Minuten lang konnten wir mit dem sanften Riesen schwimmen, bevor er endgültig abtauchte und verschwand. Zu diesem Zeitpunkt hatte uns auch das Ultraleicht-Flugzeug erreicht, und es dauerte keine zehn Minuten, bis uns das Funkgerät die Worte: "Walhai, 11 Uhr, 200 Meter Entfernung" entgegenkrächzte.
Es war der gleiche Walhai, und erneut schien es als wollte er herausfinden, wer diese komischen Wesen waren. Dieses mal bleib er sogar noch länger bei uns, und einmal berührter er sogar das Boot. Etwa eine halbe Stunde später verließ er uns wieder und verschwand im tiefen Blau.
Nach kurzer Zeit machte das Flugzeug den Wal erneut aus und dirigierte uns direkt zu ihm hin. Dieses mal wollte Volker das Tier mit einem Identifizierungs-Tag markieren, aber jedes mal, wenn wir uns dem Walhai näherten, tauchte er tiefer ab, sodass wir ihn nicht erreichen konnten. Aber wir schossen ein paar hervorragende Fotos, die uns helfen werden, den Walhai zu identifizieren. Denn alle Walhaie haben ein ganz eigenes Muster, wie ein menschlicher Fingerabdruck.
Was für ein großartiger erster Tag für unsere Expedition!
Text und Fotos: Volker Bassen
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