| Sebstschutz bei Bambushaibabys |
Totstellen für Ungeborene
Fünf Monate verbringen Bambushai-Embryonen in ihrer ledrigen Eischale, ohne jede Chance, einen Feind zu entdecken oder ihm zu entkommen. In der Phase vor der Schlupf sind sie besonders anfällig. Dann reißt am unteren Ende der Eischale eine Sollbruchstelle, über die frisches Seewasser in die Eihülle gelangt. Während der Hai in seiner Eischale weiter wächst, beginnt er, wellenförmig mit der Schwanzflosse zu schlagen, um mehr frisches Meerwasser zum Atmen in die Eischale zu transportieren. Für den Nachwuchs bedeutet das eine bessere Versorgung mit Sauerstoff, aber auch erhöhte Gefahr. Durch die offene Eischale dringen nun Geruchsstoffe ins Meerwasser, und die Bewegungen der Schwanzflosse können hydrodynamische Störungen verursachen, die Fressfeinde aufmerksam werden lassen.
Mit zunehmender Flossen- und Kiemenbewegung reift auch das elektrosensorische System der Haijungen – vermutlich, um zu diesem Zeitpunkt bereits Feinde wahrnehmen zu können. Denn setzt man die Kleinen in diesem Stadium einem Sinusfeld aus, das einen ankommenden Fressfeind imitiert, stellen sie sofort ihre Kiemenbewegungen ein und minimieren so ihren eigenen elektro- und mechanosensorischen Output. Gleichzeitig wird die Schwanzflosse um den Körper geschlungen – der Embryo fällt in eine Art „Starre“. Weil irgendwann die Kleinen wieder atmen müssen, setzen ihre Bewegungen nach einer Weile wieder ein – aber sehr, sehr vorsichtig.
Ein Video zum Thema gibt es hier: http://www.supportoursharks.com/en/News/Videos/Predator_Avoidance.htm
Quelle: www.plosone.org
Mehr Infos zu Ryan Kempsters Projekt "Support Our Sharks": www.supportoursharks.com
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