| boot 2013: Kampfschwimmer |

Kampfschwimmer zum Anfassen

„Auf unserem Stand sind wir die lebenden Exponate“, meint Stabsbootsmann Ralf Grabowsky lachend und entkräftet so im selben Atemzug das alte Klischee, dass es beim „Bund“ immer todernst und stocksteif zugeht. In diesem Jahr präsentiert sich die Truppe – ganz konkret Minentaucher und Kampfschwimmer – mit einem Angebot zum Anfassen: Im Zuge der Berufsorientierung können sich Interessenten zwischen 16 und 25 Jahren vor Ort für ein fünftägiges Kurz-Praktikum in Eckernförde bewerben und anmelden.

Stabsbootsmann Ralf Grabowsky neben martialischer Kampfschwimmer-Ausrüctung. © Daniel Brinckmann


Dabei können sie nicht nur altgedienten Vertretern der SEKM, dem Dachverband der Minentaucher und Kampfschwimmer, über die Schulter schauen: Nach der Schnupperphase bekommen die Praktikanten eine persönliche Einschätzung zu physischer und psychischer Belastbarkeit und zur Teamfähigkeit. „Das Wichtigste ist aber, dass sie etwas für's Leben mitnehmen“, so Grabowsky. Kaum weniger interessant für erfahrene Taucher ist das Equipment mit dem die Berufstaucher vom Militär ins Wasser steigen. Ob nun das neue EOD Stealth-Kreislaufgerät, das auf die Bedürfnisse von Minentauchern zurechtgeschnitten ist oder der Bonnex-Scooter – Ausrüstungen, die Sporttauchern nicht zur Verfügung stehen, können am Stand in Augenschein genommen werden. Dabei bewegt sich das Equipment natürlich am Puls der Zeit, denn die hat sich weitergedreht. „Die Bedrohungsszenarien sind in den letzten Jahren andere geworden“, bekräftigt der Stabsbootsmann, „so könnten etwa Bohrinseln Ziele von terroristischen Anschlägen werden und auch Einsätze gegen die Piraterie am Horn von Afrika könnten ein Thema sein.“ So ist der Einsatz der Scooter auf mittlere Reichweiten ausgelegt weil die Strecken größer geworden seien und die Ziele von Einsätzen ohne die technische Hilfe womöglich nicht zu erreichen sind. Wegen des Partialdrucks von reinem Sauerstoff, der bekanntlich keine höheren Tauchtiefen als sieben Meter erlaubt, greift man seit kurzem auch auf Nitrox-Mischungen zurück. In einem Punkt bleibt allerdings alles beim Alten: Auch in der neuen 212'er-U-Boot-Klasse steigen die Kampfschwimmer durch's Torpedorohr aus und ein. Mit einer menschlichen Kanonenkugel, versichert Grabowsky, habe das allerdings nichts gemein. Praktikanten wissen mehr...

Weitere Infos: Stand H3/G67

 

 

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